Freiheitsstrafe, Bewährung und Geldstrafe: Drei Angeklagte standen vor Gericht

Diebstahl im Solarpark: Jetzt gab es die Strafen

Treysa. Einbruchdiebstahl lautete die Anklage gegen drei junge Männer aus Paderborn und dem Altkreis Ziegenhain, die sich vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Treysa verantworten mussten.

Ausgestattet mit Bolzenschneider, Sackkarre, Schraubendreher und Ratsche, sollen die 22 und 28 Jahre alten Angeklagten im vergangenen Dezember in den Solarpark am Harthberg in Treysa eingedrungen sein und 29 Wechselrichter abmontiert haben.

22 der Wechselrichter brachten die Männer in einem VW-Bus zur Zwischenlagerung zum Grundstück des Großvaters eines der beiden 22-Jährigen. Sieben weitere Wechselrichter ließen sie stehen.

Anschließend boten die Männer die Solar-Technik im Internet zum Kauf an. Ein Interessent aus Bayern meldete sich, ließ sich telefonisch drei Seriennummern durchgeben und ging laut Richter zum Schein auf den Handel ein. Man habe vereinbart, sich „unterwegs“ zu treffen.

Die beiden 22-Jährigen brachen mit dem Diebesgut zur Fahrt Richtung Bayern auf, wo sie festgenommen und zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim gebracht wurden. Der geschätzte Schaden von 100 000 Euro konnte so abgewendet werden. Die Wechselrichter wurden wieder im Solarpark montiert.

Das Gericht verurteilte einen einschlägig vorbestraften 22-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Ein zweiter 22-Jähriger wurde wegen Beihilfe zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt.

Wegen mehrerer Delikte musste sich ein 28-Jähriger verantworten. In seinem Fall sprach das Gericht zwei Gesamtstrafen aus. Wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurde er zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten und zwei Wochen, wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und Schwarzfahrens zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und zwei Wochen verurteilt. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der 28-Jährige 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Getrennt durch ihre Verteidiger nahmen die drei Angeklagten an zwei nebeneinander stehenden Tischen im Gerichtssaal Platz. Einer der beiden 22-Jährigen war inzwischen in die JVA Gießen verlegt worden. Zur Hauptverhandlung erschien er in Handschellen und in Begleitung zweier JVA-Beamter. Die Handschellen durften ihm für die Verhandlung abgenommen werden.

Im Hinblick auf Einbruch, Diebstahl und die Fahrt nach Bayern war der vorbestrafte Angeklagte geständig. Was die Verkaufsverhandlungen mit dem Interessenten per Telefon betraf, so stritt er ab, diese im Namen des 28-Jährigen geführt zu haben. Über die Schuldfrage gerieten beide Angeklagte vor Gericht in Streit.

Der 28-Jährige räumte die gegen ihn gerichteten Vorwürfe weitgehend ein. Der zweite 22-Jährige gab vor Gericht an, er sei zunächst nicht in den Plan der beiden anderen eingeweiht gewesen. Während des Einbruchs im Solarpark habe er „Schmiere“ gestanden und dann beim Verladen und Transport der Ware geholfen. Nach Bayern sei er gefahren, weil keiner der beiden anderen im Besitz einer Fahrerlaubnis sei.

Froh waren beide 22-Jährige darüber, dass sie die Zeit in Stadelheim überstanden hatten. „Es war die Hölle auf Erden“, berichtete einer der beiden. Er sei wohl im ältesten Trakt der JVA untergebracht und dort einer der jüngsten Häftlinge gewesen. Den größten Teil des Tages habe er auf seiner Zelle verbringen müssen. Das Fenster sei kaputt gewesen, zum Teil auch der Fußboden, aus dem „Kakalaken“ gekrochen seien.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare