Förster beklagen schwierige Arbeitsbedinungen

Diese Folgen hat das Matschwetter auf Flüsse, Wald und Landwirtschaft im Kreisteil Melsungen

Dem Chihuahua ist es zu nass: Dieter Bintig war gestern mit seinem Hund an der Fulda spazieren. Mittlerweile ist der neu gemachte Rad- und Fußweg an vielen Stellen überschwemmt. Foto: C. Hartung

Melsungen. Seit Wochen regnet es im Kreisteil nahezu täglich. Die Nässe hat nicht nur Auswirkungen auf die Flüsse, die über die Ufer treten, sondern auch auf die Förster und Landwirte. 

Die Flüsse

An der Messstelle der Fulda in Grebenau war am Donnerstag ein Pegelstand von 3,10 Metern erreicht. Damit bewegt sich dort der Wasserstand noch knapp unter der ersten Meldestufe (ab 3,30 Meter). Im Laufe des Freitags soll der Pegel dort wieder sinken.

Der Wasserstand an der Bartenwetzerbrücke betrug Donnerstagmittag 2,03 Meter. „Die Tendenz ist momentan noch leicht steigend“, sagt Ordnungsamtsleiter Roland Schmidt. Der Radweg beim Café Krone ist bereits überflutet und deshalb gesperrt. „Noch zehn Zentimeter mehr, dann erreicht das Wasser auch den Parkplatz am Sand.“ Der Pegel der Pfieffe falle indes schon wieder.

Auch an der Eder in Felsberg fallen die Pegel wieder, berichtet Igor Kunkel von der Stadtverwaltung.

Am Hilfspegel, der sich an der Brücke am Rathaus-Parkplatz befindet, waren es am Mittwochabend 2,85 Meter, bis Donnerstagabend war das Wasser auf 2,38 Meter zurückgegangen, sagt Kunkel.

Derzeit seien Teilstücke des Ederradwegs zwischen Wolfershausen und Neuenbrunslar sowie zwischen Neuenbrunslar und Felsberg wegen Hochwassers gesperrt.

Die Wälder

Der Waldboden ist derzeit so sehr mit Wasser durchtränkt, dass er mit schweren Maschinen nicht befahren werden kann, sagt der Melsunger Forstamtsleiter Jan Stetter. „Eigentlich wären wir gerade mitten im Laubholzeinschlag.“ Derzeit könne man nur in Bereichen, die sich nahe befestigter Wege befinden, Holz ernten. „Wir haben wirklich große Schwierigkeiten“, sagt Stetter. „Wir sind im Verzug.“

Seit dem Starkregen im August sei der Waldboden nicht mehr richtig trocken geworden. Nur richtig starker Frost könne die Feuchtigkeit nehmen. „Die Folgen der Nässe werden uns bis ins Frühjahr begleiten. Gewisse Holzsorten werden wir nicht im gewohnten Umfang produzieren können.“ Hinzu komme, dass die Bäume immer mehr an Standsicherheit verlieren. „Bei Frost haben sie deutlich mehr Halt.“ 

Die Landwirtschaft

Aus der Sicht der Landwirte gebe es momentan keinen Grund zur Panik, sagt der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Dr. Bernd Wenck. „Die Bedingungen sind nicht optimal, aber es könnte auch schlechter sein.“ Ob die Wintersaat Schaden durch die Nässe nimmt, könne man erst im Frühjahr sehen. Wenn lange Wasser auf den Feldern steht, dann könne nicht genug Sauerstoff in die Erde eindringen – den benötige die Saat aber. „Aber wir wünschen uns nochmal Frost, und der sollte auch nicht nur einen Tag andauern“, sagt Wenck. Frost im Boden verbessere nämlich die Bodenstruktur.

Der Bauhof

Die Mitarbeiter des Bauhofs in Melsungen schneiden normalerweise um diese Zeit die Hecken. „Aber da kommen wir mit den Geräten derzeit schlecht hin“, sagt Bauhof-Leiter Karl Trieschmann. Im Gelände sei es einfach zu nass und zu matschig. Ansonsten gebe es aber keine größeren Auswirkungen. „Auch an den Bächen gibt es in Melsungen keine größeren Probleme.“ Es gebe genügend Rückhaltebecken. Die seien nun aber voll ausgelastet. „Wir sind nun an der Grenze.“

Alle Infos zu den Auswirkungen von Sturmtief Burglind auf die Region finden Sie gesammelt hier. 

Quelle: HNA

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