Forstamt will ihre Zahl ermitteln

Waldbesucher sollen es melden, wenn sie Luchse sichten

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Schön, stark, scheu: Seit ungefähr acht Jahren gibt es wieder Luchse in der Region. Wer auf die scheuen Tiere im Wald trifft, sollte das unbedingt dem Forstamt Melsungen melden: Dessen Leiter Christian Peter Foet – zugleich der Luchsbeauftrage für Nordhessen – braucht diese Hinweise, um der Population folgen zu können.

Melsungen. Als Leiter des Melsunger Forstamtes liegen Christian Peter Foet jede Menge Tabellen, Listen und Erhebungen vor. Doch ausgerechnet jene Zahl, die ihn am meisten interessiert, wird er wohl nie kennen: nämlich die exakte Anzahl der Luchse, die in seinem Revier leben.

Foet ist Luchsbeauftragter für das gewaltige Gebiet, das zwischen Söhrewald und Riedforst liegt, sich also von Melsungen über Morschen, Spangenberg, Lohfelden, Wellerode und Söhrewald erstreckt.

Früher, sagt Foet, habe er häufig Rückmeldungen von Spaziergängern, Joggern und Jägern bekommen, die bei ihren Waldbesuchen unvermittelt auf die großen Katzen getroffen seien. Diese Meldungen aber seien in den vergangenen drei Monaten selten geworden. Foet bedauert das: „Jeder Hinweis ist für uns wichtig, damit wir die Population einschätzen können.“

Üppiges Nahrungsangebot

Diese Population wird größer, daran zweifelt der Melsunger Forstbeamte nicht. Denn Nordhessen, sagt er, sei ein wahres El Dorado für den Luchs: Er finde dort erstens große Rückzugsräume und zweitens ein üppiges Nahrungsangebot vor. Vier bis fünf der scheuen Einzelgänger lebten in der Melsunger Region, schätzt Foet. Luchs sind Einzeljäger, außerhalb der Paarungszeit gehen sie sich aus dem Weg.

Wenn die Jungtiere groß genug sind, suchen sie sich ein eigenes Streifgebiet, das allerdings auch nicht zu klein sein darf und deshalb circa 10 000 Hektar umfasst: „Spätestens nach einer Woche Jagd im selben Gebiet sind alle Rehe im Revier vor der Raubkatze gewarnt“, sagt Foet.

Ihm liegt das Wohl der Luchse, die in unserer Region um 1830 ausgestorben waren, am Herzen. „Luchse gehören hierher, sie haben einen festen Platz in der Wildpopulation“, sagt der Forstmann.

Sowohl die Jäger als auch Forstleute seien froh, dass der scheue Jäger genau wie Uhu, Schwarzstorch, Kolkrabe, Biber und Wanderfalke wieder in Nordhessen zu finden sei.

Stellen Luchse nicht harte Konkurrenten für die Jägerschaft dar? „Nein“, sagt Foet. „Jeder Jäger ist daran interessiert, die Natur weiter zu entwickeln – die meisten von ihnen sind richtig stolz darauf, dass sich das Tier wieder angesiedelt hat.

Quelle: HNA

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