Über 100 Jahre alte Dokumente des Gesangvereins tauchten wieder auf

Diese Urkunden sind uralt

Auszeichnungen aus der Vergangenheit: Günter Dörbaum und Doris Kilian (Mitte) übergaben die Urkunden an (von links) Klaus Bonn, Klaus Brüne, Irmtraud Stuhlmann und Monika Graßhoff vom Gesangverein Guxhagen. Foto: Dräger

Guxhagen. In mit Gold besetzten Holzrahmen hat Doris Kilian vor fünf Wochen beim Aufräumen des Dachbodens für die Neueröffnung der Pension „Zur Linde“ verschollene Urkunden des Gesangvereins Guxhagen gefunden. Gestern gaben sie und ihr Lebensgefährte Günter Dörbaum dem Verein die Urkunden zurück.

Die Ehrungen erinnern an eine längst vergangene Zeit, denn einige von ihnen sind über hundert Jahre alt. Der im Jahr 1877 gegründete Gesangverein, der aus einem reinen Männerchor bestand, erhielt zwei von fünf Urkunden zu seinem 25-jährigen Bestehen vor 109 Jahren.

Auch dabei war eine große Tafel mit schwarzem Hintergrund, auf der in goldenen Buchstaben die Namen der im Zweiten Weltkrieg gestorbenen Sänger des Vereins stehen. Während des Krieges löste sich der Verein auf und fand sich erst nach dem Krieg mit einer Genehmigung der Militärregierung wieder. „Das war überall so, denn wenn sich eine Gruppe von Männern trafen, war die Regierung skeptisch“, erzählt Klaus Bonn, der seit 63 Jahren Vorsitzender der Gesangstruppe ist. Nach dem Krieg wollten auch die Frauen singen und so gründete ein Lehrer einen Frauenchor, doch da ihm etwas im Klang fehlte, holte er Männer zu seinem Chor hinzu. Seitdem gibt es in Guxhagen neben einem Männerchor, der heute aus 28 Mitgliedern besteht, noch einen gemischten Chor mit 42 Sängern und Sängerinnen.

Drei weitere Urkunden hatten der Turnverein, der Kriegsverein und der Brieftaubenverein aus Guxhagen damals dem Gesangverein zum 50-jährigen Bestehen geschenkt.

Dass die Auszeichnungen in der Pension zur Linde auftauchten, ist für die Mitglieder nicht wunderlich, denn damals wurde das Gebäude als Vereinshaus genutzt. So schätzen die Sänger, dass die Ehrungen bei einer Renovierung auf dem Dachboden gelandet sind und vergessen wurden. Der Verein freute sich über den Fund und versprach einen würdigen Ort für ihn zu finden. (ymd)

Von Magdalena Dräger

Quelle: HNA

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