Mit dem Dieselmotor um die Welt: Olaf Fankhänel baut Motorräder um

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Stolz auf seine Maschinen: Olaf Fankhänel aus Gudensberg besitzt unter anderem diese beiden alten Harleys. Mit dem Motorrad ist er in der ganzen Welt unterwegs.

Gudensberg. Olaf Fankhänel hat es den Zweiflern gezeigt. In seiner Werkstatt baut er Dieselmotoren in Motorräder ein. Das klappt gut. Er bereist auf den Maschinen die halbe Welt.

Seine Hände gestikulieren wild und seine Augen leuchten, wenn er über seine Motorräder spricht. Olaf Fankhänel, genannt Ole, aus Gudensberg lebt für seine Maschinen. Der 47-Jährige hat eine eigene kleine Werkstatt und baut Dieselmotoren in Motorräder ein. „Mir haben so viele Leute im Vorfeld gesagt, das geht nicht. Aber dann habe ich ihnen gezeigt: Es geht.“ Mit seiner ersten umgerüsteten Maschine ist er bis zur russischen Grenze gefahren.

Die Idee zum Umbau kam dem gelernten Lokomotivschlosser bei einer seiner zahlreichen Reisen. „2008 war ich in Schweden und Norwegen. Der Sprit in Skandinavien war so teuer, dass ich mir überlegt habe, auf einen Dieselmotor für meine Motorräder umzusteigen.“

Alles fing mit einer alten Royal Enfield an, in die er einen Rüttelplattenmotor einsetzte. Für das zweite Motorrad kaufte er ein Schrottauto, das er nach und nach auseinander baute. „Ich habe den Motor ausgebaut, Rahmen und Gespann um das Bike herum gebaut und einen Feuerlöscher als Tank eingesetzt.“

1,7 Liter auf 100 Kilometer 

Zweifler gab es viele, aber Fankhänel hat sie alle eines besseren belehrt: Ohne Panne ging es durch die Masuren bis zur russischen Grenze und zurück. Der Spritverbrauch dabei: geschätzte 1,7 Liter auf 100 Kilometern. Durch den Erfolg bestärkt, baute Fankhänel weitere Maschinen um. Seine besondere Liebe gilt alten Maschinen. „Ich schraube seit Jahren, dafür lebe ich. Das ist für mich pure Entspannung. Ich erfinde gerne etwas Neues und löse Probleme.“

Mindestens genauso wichtig wie die Arbeit an neuen Erfindungen sind für Fankhänel Reisen. „Ich bin jedes Jahr in ganz Europa unterwegs. Zusammen mit einem guten Kumpel war ich schon in Estland, Lettland, Litauen und am Nordkap.“

Wichtig für solche Reisen seien gute Freunde und der Rückhalt der Familie. „Man braucht jemanden, auf den man sich verlassen kann. Meine zwei Kinder und meine Frau halten mir den Rücken frei.“

Weil seine Werkstatt längst zu klein geworden ist, sucht Fankhänel aktuell in Gudensberg nach einem Grundstück oder einer Halle, um noch mehr Platz für sein Hobby zu haben. Bis dahin plant Fankhänel schon die nächste Tour: Im nächsten Jahr will er zusammen mit einem Freund und einer Honda CT 110 nach Japan fahren.

Quelle: HNA

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