Zweistündiger Stau

Protestaktion in Hebel und Unshausen

Unshausen/Hebel. Den Worten aus dem Regierungspräsidium in Kassel und der Landesregierung in Wiesbaden glauben die Menschen in den Waberner Ortsteilen Unshausen und Hebel nicht mehr. Das haben sie am Freitagnachmittag mit einer Protestaktion in den beiden Orten deutlich gemacht.

Über 100 Einwohner kamen pünktlich um 15 Uhr an die Bundesstraße. Mehr noch: Landwirte aus den Orten hielten mit ihren Treckern den Verkehr auf, Kinder drückten im Minutentakt auf den Knopf der Ampelanlage in Unshausen, und auch Bürgermeister Günter Jung unterstütze die Aktion aktiv. Er parkte sein Auto einfach am Straßenrand. Bei all diesen Hindernissen kamen die zig Laster, Autos, Transporter, Wohnmobile und Motorräder nur sehr langsam voran.

Während einige der Verkehrsteilnehmer mit dem Kopf schüttelten und die Protestler aus ihren Autos heraus auslachten, sprach Ortsvorsteher Dieter Corpataux zu der Menge. Nur verstehen konnte man nicht jedes seiner Worte – zu laut war es direkt an der B 254. „Wir glauben es erst, wenn die Schilder an der Straße stehen und wir sie anfassen und putzen können“, sagte Dieter Corpataux.

Damit spielt er darauf an, dass den Bewohnern der beiden Orte schon dreimal Tempo-30-Schilder versprochen worden seien, die für ein nächtliches Tempolimit für Lastwagen auf der B 254 – die mitten durch die beiden Orte führt – sorgen sollten. Doch geschehen sei bislang nichts. Nun wurden erneut Schilder versprochen, nächste Woche sollen sie aufgestellt werden.

Doch die Anwohner bleiben skeptisch: „Wer überwacht das“, fragt Reinhard Dippel. Und Marco Pelz sagt: „Wir können die Fenster nicht öffnen, weil es zu laut ist“. Das Haus der Familie Jungermann steht direkt an der Bundesstraße. „Für uns ist es eine Qual“, sagt Maria Jungermann. Schon zwei Mal waren Autos zu schnell unterwegs und landeten in ihrem Garten. „Ich habe immer Angst, wenn ich im Garten bin“, sagt sie und hält ihr Protestschild hoch. „Für uns eine Qual, den Politikern scheißegal“, steht darauf. So denken in Unshausen und Hebel viele Menschen.

Das weiß auch Bürgermeister Jung und findet deutliche Worte: „Wir wurden vergackeiert und hingehalten.“ Denn die genehmigten Pläne für eine Querungshilfe lägen schon bei Hessen Mobil, an deren Umsetzung hapere es. Er mache sich Sorgen um die Menschen in den Orten. „Sie werden massiv durch den Verkehr belastet“, ergänzte Vize-Landrat Winfried Becker.

Nun hoffe man, dass es nach der Rübenernte auch damit etwas wird. Andernfalls drohen die Menschen in Unshausen und Hebel mit weiteren Protesten.^

Bilder vom Protest

Demo in Unshausen und Hebel

„Das Geld ist da, nur setzt niemand das Projekt um. Wir haben Durchhaltevermögen“, sagt Ortsvorsteher Corpataux. Sollte die Querungshilfe nicht kommen, dann werde man noch öfter den Verkehr lahm legen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: Yüce

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