Die Homberger Burgberggemeinde feiert im Oktober ihren 75. Geburtstag

Dieser Verein hat Tiefgang

Eine echte Leistung: Heinz Hause (links) , ehemaliger Vorsitzender der Homberger Burgberggemeinde, mit Dr. Reiner Nier-Glück (im Förderkorb) und Günter Mostert bei der Freilegung des Burgbrunnens. Archivbild: nh

Homberg. Eines konnten die Mitglieder der Homberger Burgberggemeinde schon immer: die Ärmel hochkrempeln und anpacken. In diesem Jahr wird der Verein 75 Jahre alt.

Doch hieß der Verein nicht von der ersten Stunde an Burgberggemeinde. Sie ging vielmehr 1936 aus dem Homberger Verschönerungsverein hervor, der am 14. September 1881 gegründet wurde. Dessen Ziel war es, aus dem verwilderten und mit Gestrüpp bedeckten Schlossberg eine parkähnliche Anlage zu machen. Das berichtet der Homberger Historiker Oskar Breiding, der die 75-jährige Vereinsgeschichte der Burgberggemeinde zusammengetragen hat.

Drei Mark in Raten gezahlt

Der Arzt Dr. Friedrich Reinhard war der erste Vorsitzende des Verschönerungsvereins, der schon ein Jahr später über 100 Mitglieder zählte. Sie zahlten einen Jahresbeitrag von drei Mark – wenn die Komplettzahlung nicht möglich war, gerne auch in Raten.

Dieser Verschönerungsverein machte seinem Namen Ende des 19. Jahrhunderts alle Ehre. Die Mitglieder richteten 1903 die Große Grotte her und gestalteten „Volckmars Ruh“ am Schlossberghang neu. Zum 25. Vereinsgeburtstag 1906 hieß es im Kreisblatt: „Der Verein hat etwas geschaffen, auf das Homberg stolz sein kann.“ 1912 forstete der Verein den Hang auf und errichtete eine Orientierungstafel für die Aussicht am Schlossberg. Die Mitgliederzahlen bewegten sich auch in den kommenden Jahren immer zwischen 100 und 300. Der 50. Geburtstag des Verschönerungsvereins fiel 1931 in die Zeit der großen Wirtschaftskrise, fünf Jahre später fand er eine neue Form: 1936 wurde aus dem Verschönerungsverein die Burgberggemeinde, deren Mitglieder in den kommenden 75 Jahren Erstaunliches leisteten. Sie legten in jahrelanger Arbeit unter dem Vorsitz von Heinz Hause und zusammen mit dem Brunnenexperten Dr. Reiner Nier-Glück den tiefsten Basaltbrunnen Deutschlands frei.

Er ist heute die Attraktion schlechthin auf dem Schlossberg: Besucher können dort im Lichtkegel eines Hochleistungsscheinwerfers sehen wie ein Schwall Wasser 20 Sekunden lang fällt, ehe er in 150 Metern Tiefe auf die glitzernde Wasseroberfläche trifft. (bra)

Quelle: HNA

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