Vor fünf Jahren war er noch bei der CDU

Kandidaten im Portrait: Dieter Hille kandidiert erstmals für die Linke

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Grundsätzlich offen für erneuerbaren Energien: Allerdings fühlt sich Dieter Hille in seinem Heimatort Langenthal von Windrädern belästigt. Bei Wind aus Norden und Westen steigen die Geräuschimmissionen.

Am 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Wir stellen die Direktkandidaten des Wahlkreises 167 in einem persönlichen Porträt vor. Heute: Dieter Hille.

Dieter Hille hat vor fünf Jahren politisch eine 180-Grad-Wende hingelegt. Vom stellvertretenden Ortsvereins-Vorsitzenden der Trendelburger CDU ist er zu den Linken konvertiert. Von Schwarz zu Rot aus Überzeugung. Denn dies sei die Partei, die „die Zustände beim Namen nennt.“ Deshalb tritt Hille jetzt auch für die Linke als Direktkandidat zur Bundestagswahl im Wahlkreis 167 an.

Die CDU verließ Dieter Hille, weil sich „die Partei so schwer tat, sich von dem umstrittenen Fuldaer Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann zu distanzieren“. Hohmann hatte 2003 nach einer von vielen als antisemitisch kritisierten Rede zum Tag der Deutschen Einheit eine poltische Affäre ausgelöst. Nach seinem Austritt aus der CDU habe er sich „eigentlich nicht mehr parteipolitisch engagieren wollen“, sagt Hille. Doch nachdem er das Parteiprogramm der 2007 gegründeten Links-Partei studiert hatte, macht er dort mit.

Die Partei vertritt für Hille Werte wie soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte und Demokratie am überzeugendsten. Besonders die gegenwärtigen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt sieht Hille kritisch. „Hier werden viele Menschen entrechtet, entwürdigt und in Leiharbeit und Werkverträge gezwungen.“ Dabei helfe der Staat noch mit, indem er Gewinne der Unternehmen subventioniere und Hartz-IV-Empfänger entwürdige. Das Gesundheitswesen sei indessen so weit privatisiert worden, dass es für viele Menschen immer schwerer werde, Leistungen in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen.

„Man muss was tun, wenn man mit den Zuständen unzufrieden ist“, lautet das politische Motto des 52-Jährigen. Dass dabei auch gestritten wird, ist für Dieter Hille selbstverständlich. „Denn Streit hat auch was Konstruktives, es ist das Ringen um den richtigen Weg.“

Streiten, das will Hille auch für die Region. Konsequent setzt er sich gegen die Erdgasförderung durch Fracking ein - „das hinterlässt Mondlandschaften“ - und gegen die Einleitung von salzhaltigen Abwässern aus der Kaliproduktion in Osthessen in die Oberweser. „Und dazu auch noch ein riesiger Salzsee in unserer Region - das geht gar nicht.“ Das Unternehmen K+S müsse zu einer sauberen, abstoßfreien Produktion gezwungen werden.

Als studierter MaschinenBau-Ingenieur hat Hille grundsätzlich nichts gegen erneuerbare Energien einzuwenden, aber in seinem Heimatort Langenthal (Trendelburg) erfährt er selber die Belastung durch die Vielzahl der Windenergieanlagen. „Wenn der Wind aus Westen kommt, dann ist das Wumm --Wumm - Wumm der schlagenden Rotoren deutlich zu vernehmen - da ist irgendwann die Schmerzgrenze erreicht.“ Auch bei der Windkraft dürfe das Profitinteresse der Investoren und Betreiber nicht über das Wohl der Bewohner in der Region gestellt werden.

Von Gerd Henke

Quelle: HNA

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