Pfarrer Wolfram Köhler wird am Sonntag in sein Amt eingeführt, er ist der Nachfolger von Pfarrer Ulrich Bock

Ein Dirigent für alle Stimmen

Freut sich auf die Arbeit in Fritzlar: Pfarrer Wolfram Köhler wird gemeinsam mit Pfarrerin Kirsten Pflüger-Jungbluth die evangelische Gemeinde in Fritzlar leiten. Foto: Yüce

Fritzlar. Es klingelt an der Tür, doch ganz so recht weiß Wolfram Köhler noch nicht, wie er den Türöffner bedienen und den Gast hereinlassen kann. Doch nicht nur für ihn ist alles neu: Er ist der Neue für die Fritzlarer evangelische Gemeinde. Wolfram Köhler ist der Nachfolger von Pfarrer Ulrich Bock.

Köhler hat sich vorgenommen, die vielen Stimmen, die es in einer Kirchengemeinde gibt, zu einem schönen Ton zusammenführen. „Es soll miteinander schön klingen und außerdem soll auch einer den anderen hören“, sagt er. Nicht mehr, aber auch nicht weniger will er erreichen. Und darauf freut er sich.

Nur berufliches Neuland

Beruflich betritt er im Schwalm-Eder-Kreis zwar Neuland, doch kennt er sich im Landkreis aus. Köhler ist in Kleinenglis aufgewachsen, 1984 baute er sein Abitur an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Danach machte er sich auf den Weg, um Pfarrer zu werden. Zuletzt lebte er acht Jahre mit seiner Familie in Bad Karlshafen. „Dort war ich ziemlich einsam und das Mädchen für alles, auch für die Heizungssteuerung“, sagt er, zuckt mit den Schultern und lächelt. „Es war aber eine schöne Zeit.“ Künftig wird er in einem Team arbeiten. „Das war der wichtigste Grund für meinen Wechsel.“

Mit Pfarrerin Kirsten Pflüger-Jungbluth wird er die Gemeinde betreuen. „Außerdem sind hier der Dekan, hauptamtliche Mitarbeiter, Küster und Hausmeister“, zählt er auf. „Es ist mir eine große Freude sie alle als Kollegen zu haben.“

Auch auf die Vielfalt in der neuen, großen Kirchengemeinde freut er sich. „Wir haben etwa 4000 Mitglieder und die Gemeinde ist super organisiert.“ Er hat sich vorgenommen, offen für die Menschen und die Dinge zu sein, die ihm in Fritzlar begegnen. „Ich habe keinen Masterplan in der Tasche“, sagt er. „Man muss hier auch nichts Neues erfinden, weil alles schon sehr gut läuft – vor allem auf der sozialen Schiene“, erklärt er. „Pfarrer Bock hat hier segensreich gewirkt und in der Vakanz wurde nichts liegen gelassen. Ich komme in ein wohl bestelltes Haus.“

Für alle Menschen da sein

Und das soll so bleiben. Es gehe darum, sich für die Nächsten einzusetzen. „Die bürgerliche Mitte findet sich in der Kirche wieder, doch auch die Menschen am Rand der Gesellschaft gehören dazu“, sag er. Er will für alle Menschen da sein.

In Fritzlar werde er alle Hände voll zu tun haben. Künftig werde er die Geschäftsführung für die Kindertagesstätten Arche und Regenbogen übernehmen, erklärt der 47-Jährige. Und er werde auch eine dritte Klasse an einer Grundschule unterrichten. Auch darauf freut er sich.

In Ungedanken hat Wolfram Köhler mit seiner Frau, den beiden Söhnen (11 und 12 Jahre) und dem Familienhund ein neues zu Hause gefunden. „Da wird es auch in der Freizeit nicht langweilig“, sagt er und erzählt von gemeinsamen Ausflügen, Ausstellungsbesuchen und Wanderungen. Die 24-jährige Tochter ist nicht mitgekommen. „Sie arbeitet in Berlin in einem Krankenhaus.“

Die Türen nach Bad Karlshafen wird er nicht verschließen. „Ich bleibe Vorsitzender des Trägervereins des deutschen Hugenottenmuseums“, sagt er. Und: Die Tür zum Gemeindebüro in Fritzlar stehe für alle neuen Begegnungen weit offen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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