Gebäude kann noch nicht betreten werden

Disko-Brand in Wabern: Brandursache noch unklar

Wabern. Gerhard Kahl, Betreiber der abgebrannten Diskothek Come-In, ist überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft. „Jeder will mir helfen“, sagte er am Montag. Ständig klingele das Telefon und irgendwer biete ihm Hilfe an.

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Im Moment sei er bei seinen Mietern in Wabern untergekommen, dort könne er auch duschen. Geschäftsleute aus der Gemeinde seien gekommen und hätten ihm fabrikneue Unterwäsche aus ihrem Laden geschenkt. „Ich kann das gar nicht fassen“, sagte er über die spontane Hilfe so vieler Menschen. Beeindruckt hat ihn auch die kurzfristige Spendenaktion am Sonntagabend (siehe Artikel oben). Den Moment, als der Rauchmelder Gerhard Kahl am frühen Sonntagmorgen aus dem Bett riss, wird er wohl nicht vergessen. „Ich habe da gestanden wie ein Eisblock“, habe eine Nachbarin, die ihn in der Nacht gesehen hatte, ihm später erzählt.

Am Abend vor dem Brand seien 50 bis 60 Leute in der Disko gewesen, die Kahl seit 1971 in Wabern betreibt. „Ich habe immer gesagt: Ich mache so lange weiter, bis ich umfalle“, erzählte er. Wie und ob es nun mit dem Come-In weitergeht, stehe völlig in den Sternen. Das Gebäude sei brandversichert, erklärte Kahl, der Gutachter komme demnächst. In der Regel zahle eine Brandversicherung den Bau eines neuen Hauses, sagte Pressesprecherin Brigitte Römstedt (R+V-Versicherung). Allerdings prüfe ein Gutachter zuvor, in welchem Zustand sich das alte Haus befunden habe.

Aktualisiert um 16 Uhr

Auf Anfrage bestätigte Kahl, dass beide Häuser im Internet zum Kauf angeboten wurden. Allerdings gebe es dieses Angebot schon seit seiner Scheidung vor zehn Jahren, er habe aber längst nicht mehr verkaufen wollen.

Nach dem Großbrand in der Diskothek Come-In gibt es indes noch keine Erkenntnisse zur Brandursache. Zunächste müsse geklärt werden, wann die Brandermittler der Kriminalpolizei das ausgebrannte Gebäude betreten können, sagte Polizeipressesprecher Markus Brettschneider der HNA.

Wenn das gefahrlos möglich sei, werde man gegebenenfalls auch Experten vom Landeskriminalamt hinzuziehen. Der Brand hatte in der Nacht zu Sonntag die Diskothek und ein Wohnhaus vernichtet. Der Schaden wird auf mindestens 250.000 Euro beziffert. (ode)

 

Bilder vom Tag nach dem Brand:

Disko-Brand in Wabern: Der Tag danach

Quelle: HNA

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