DLRG-Helfer übten auf der Fulda: Eis war zu dick

Melsungen. Eine weitgehend vereiste Fulda und strahlender Sonnenschein – scheinbar optimale Bedingungen für die ehrenamtlichen Mitglieder des DLRG-Wasserrettungszuges Schwalm-Eder für eine Eisrettungsübung.

Am Sonntagnachmittag hatten sich gut 20 Männer und Frauen am Fuldaufer bei Melsungen eingefunden, um die Rettung von Menschen zu trainieren, die ins Eis eingebrochen sind.

Das Vorhaben gestaltete sich zunächst schwieriger als erwartet, weil das Eis auf der Fulda dicker war als zuvor angenommen. Unter Führung des technischen Leiters Martin Teutschmann (Niederbeisheim) starteten gleich mehrere „Opfer“ den Versuch, ins Eis einzubrechen, um sich dann von ihren Kollegen ordnungsgemäß mit Sicherung durch Seile und Leiter retten zu lassen. Schließlich musste mit einer Axt ein passendes Loch freigeschlagen werden.

Unter anderem waren Christoph Bernhardt aus Gudensberg und Patrick Osterberg aus Guxhagen in die Überlebensanzüge geschlüpft, die ihre Körper auch im eiskalten Wasser trocken halten. Solche Anzüge, berichtet Martin Teutschmann, werden auch in der Antarktis verwendet. Etwa 1000 Euro kostet so ein Teil, das das Überleben im Eiswasser für etwa zwei Stunden sichern kann.

Und ab geht’s: Die ehrenamtlichen Helfer des DLRG-Wasserettungszugs wechselten sich beim Bergen der vorgeblichen Unfallopfer ab und katapultierten sie auf den Rettungsschlitten, der einer Luftmatratze gleicht. Helfer am Ufer sicherten das Unternehmen.

Für den DLRG-Kreisverband keine geringe Ausgabe, finanziert er sich doch überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen und durch einen Zuschuss des Schwalm-Eder-Kreises, erläuterte Martin Teutschmann. Die Atmosphäre war locker, der Anlass ernst: „Das Eis auf einem Fluss ist heimtückisch“, warnt denn auch Teutschmann. Auch wenn die Lebensretter Probleme hatten, eine geeignete Übungsstelle zu finden, gibt es auf der Fulda noch reichlich dünnes Eis. Der Fluss sollte keinesfalls betreten werden. Die Sonneneinstrahlung taue die Oberflächen an und verändere beinahe minütlich die Tragfähigkeit des Eises.

Die Retter näherten sich dem Eingebrochenen auf dem Bauch rutschend. Sie brachten einen Rettungsschlitten mit, auf den sie den Verunglückten hievten, der dann von den Helfern ans Ufer gezogen wurde. Gleich während der Übung wurde Grundwissen abgefragt und Kritik geübt.

Der Wasserrettungszug arbeitet seit 1996 mit der Feuerwehr zusammen und wird bei allen Wasserunfällen mitalarmiert. So wird die insgesamt 50-köpfige Truppe um Martin Teutschmann über die Telefonnummer 112 erreicht.

Kontakt: Martin Teutschmann, E-Mail: tle@bez-schwalm-eder.dlrg.de

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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