Anna Maria Herbold und Cordula Möller trafen sich nach 68 Jahren wieder

So nah und doch so fern

Als Kinder waren sie dicke Freundinnen, sahen sich aber fast sieben Jahrzehnte nicht mehr: Cordula Möller und Anna Maria Herbold (von links), dahinter Christa Fuhrmann, die die Verbindung herstellte. Foto: Zerhau

Fritzlar. Als Kinder waren sie in der Vorkriegszeit noch gemeinsam verreist, dann trennten sich ihre Wege. Jetzt gab es nach 68 Jahren ein Wiedersehen.

Anna Maria Herbold (77) lebt seit einigen Jahren in Fritzlar, ist Bewohnerin im Altenzentrum im Nordfeld. Im zwölf Kilometer entfernten Borken wohnt Cordula Möller (78). Beiden kennen sich aus ihrer Kindheit, hatten sich aber aus den Augen verloren. Beide wussten nicht, dass sie sich doch so nah sind. Bis Mitte der vergangenen Woche. Da kamen sie per Zufall wieder zusammen und schwelgten in Erinnerungen.

Anna Maria hieß damals Dippel und wohnte in Unshausen, Cordula Möller ist eine geborene Weitzel und wohnte in Ungedanken. Sie kannten sich durch ihre Väter, die damals auf dem Flugplatz in Fritzlar arbeiteten. 1942 sollten die beiden Freundinnen zu einer Kinderverschickung kommen, Ziel war der Inselsberg in Thüringen, wie sich Anna Maria Herbold beim Zusammentreffen noch genau erinnerte.

Sie sitzt bei einer Tasse Tee im Café des Altenzentrums. Die Erinnerungen aus der Jugendzeit sprudeln nur so aus ihr heraus. „Ich weiß noch, dass ich wie alle der über 70 Kinder ein kleines Geschenk von der Heimleitung bekam. Es war ein Buch mit dem Titel „Träumerei an französischen Kaminen“, erzählt sie und ergänzt, dass sie das Buch noch besitzt.

Gute Recherche

68 Jahre später in Fritzlar. Vor einigen Wochen unterhielt sich Anna Maria Herbold zufällig mit Christa Fuhrmann, die ihre Mutter besucht hatte. Da die Fuhrmanns aus Ungedanken sind, erinnerte sich Anna Maria Herbold an ihre Jugendfreundin und fragte, ob sie noch in Ungedanken wohne. Christa Fuhrmann kannte sie zwar nicht, versprach aber, sich zu erkundigen. Nach einigen Recherchen stieß sie auf Bernhard Weigel, den Neffen von Cordula Weitzel. Der sagte, dass sie jetzt Möller heiße und in Ungedanken wohne.

Schnell stellte Christa Fuhrmann den Kontakt her und organisierte ein Treffen. Erst als alles in trockenen Tüchern war, wurde das Geheimnis gelüftet und Anna Maria Herbold informiert.

Die Vorfreude der beiden Jugendfreundinnen war riesengroß. Mit einem bunten Blumenstrauß kam Cordula nach Fritzlar. Bei Tee und Kaffee saßen die beiden zusammen und ließen die nicht immer gute alte Zeit Revue passieren.

Ihr Dank ging an Christa Fuhrmann, die sich die Mühe gemacht hatte, die Verbindung nach 68 Jahre der Trennung herzustellen.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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