Erziehung und Beruf auf dem Land nur schwer zu organisieren

Dörfer wenig attraktiv für Alleinerziehende

Schwalm-Eder. Immer mehr Menschen im Schwalm-Eder-Kreis sind alleinerziehend. Viele von ihnen stehen unter einem großen Druck, Erziehung und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Das geht vor allem den alleinerziehenden Müttern und Vätern so, die in den Dörfern des Landkreises leben. Das hat eine Untersuchung des Projektes „Alleinerziehend, aber nicht allein“ des Jobcenters Schwalm-Eder ergeben.

Zufrieden sind demnach die Eltern, die in Felsberg, Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt leben, mit dem Angebot für Alleinerziehende. Allerdings fehlt 80 Prozent der Befragten die Transparenz über die Angebote. „Diese Angebote, die Alleinerziehenden Unterstützung bieten, gilt es nun flächendeckend zur Verfügung zu stellen“, nennt Reiser das nächste Ziel. Vor allem sei es für die in einem Dorf lebenden Eltern schwierig, den Alltag mit Kind und Beruf zu koordinieren, wenn der familiäre Rückhalt fehle. Denn dann sei es oft schon schwierig, Dinge wie die Fahrten zu Freunden oder zum Training der Kinder zu organisieren. Das, obwohl die meisten Eltern Führerschein und Auto besitzen. „Alleinerziehende fühlen sich zudem überfordert, wenn das Nahversorgungsangebot in den Dörfern nicht ausreicht, die Betreuungszeiten in Kindergarten und Schule nur schlecht mit dem Job vereinbar und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr nicht ausreichend sind“, geht Reiser auf die Auswertung ein.

Auch wenn der Rücklauf der Fragebögen mit 164 Antworten gering war, entstehe ein interessantes Meinungsbild. „Eines, von dem man lernen kann“, sagt Reiser. Denn deutlich wurde, dass viele Alleinerziehende gut ausgebildet seien und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, aber die meisten von ihnen sind trotzdem arbeitslos. „Das ist ein Potential an Arbeitskraft, dass viele Unternehmen noch nicht entdeckt haben.“

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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