Trauer um BGS-Pfarrer i.R. Dietrich Scheer

„Dörnberg ist ärmer geworden“

Starb im 80. Lebensjahr: Dietrich Scheer. Foto: privat/nh

Dörnberg. Der Dörnberger Dietrich Scheer, BGS-Pfarrer i.R., ist gestorben. „Die Gemeinde Habichtswald ist ärmer geworden und das Dorf Dörnberg ganz besonders“, trauert nicht nur der stellvertretende Vorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde, Otto Böß.

Vor 40 Jahren hatte Dietrich Scheer, der seit 1964 Grenzschutzpfarrer beim BGS-Kommando Mitte in Kassel war, nach Dörnberg geheiratet. Dort war er schon bald zu einer festen Größe im Vereinsleben geworden: Mitglied bei der Feuerwehr und im Geschichtsverein, zwölf Jahre an der Spitze des Siedlerbundes und seit 2004 dessen Ehrenvorsitzender, 2007 Ehrenmitglied des TSV Dörnberg, in dessen Volkschor der stimmgewaltige Dietrich Scheer gerne sang.

Ein intensives örtliches Engagement - obwohl ihm, seit 1975 Oberpfarrer, die berufliche Tätigkeit nur wenig Zeit ließ. Denn bei den Rüst- und Familienfreizeiten für die Grenzschützer war er in ganz Deutschland unterwegs, wie sich der Evangelische Dekan der Bundespolizei, Peter Jentsch, an seinen väterlichen Freund erinnerte.

In Zeiten des Kalten Krieges, der RAF, der Großdemonstrationen und schließlich der Grenzöffnung, sei auch den begleitenden Seelsorgern bei den Einsätzen viel abverlangt worden.

Die Landeskirche erteilte Dietrich Scheer 1984 einen Predigtauftrag, den er auch nach seiner Pensionierung 1994 wahrnahm. Sein traditioneller Neujahrsgottesdienst ist unvergessen. Auch die anderen Gemeinden des Wolfhager Landes schätzten ihn als Vertretung bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen.

Nach seiner schweren Erkrankung 2006 hielt er einen intensiven Besuchs- und Telefonkontakt aufrecht und nahm so weiterhin am kulturellen und kirchlichen Leben teil. Nur wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag erlag er seiner Krankheit. (red)

Quelle: HNA

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