Projekt mit den Maltesern Nordhessen

Domgemeinde Fritzlar startet Fischzucht für guten Zweck

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Sie haben die Fischtanks befüllt: Diakon André Lemmer (links) und der ehrenamtlicher Helfer Qasim Mohamad Walizada. 

Fritzlar. Frischer Fisch und knackiges Gemüse für Fritzlar: Die Domgemeinde St. Peter in Fritzlar und die Malteser Nordhessen züchten jetzt in einem Projekt mit Flüchtlingen Fische. 

Dafür haben sie drei Wassertanks mit je 1000 Litern angeschafft und bei der Fatima-Grotte platziert. 116 Viktoriaseebarsche tummeln sich dort im 26 Grad warmen Wasser.

Direkt daneben ist ein Hochbeet angelegt, auf dem Salat, Gemüse und Kräuter wachsen. Ammoniak, das Abfallprodukt der Fische, wird in einem separaten Behälter von Bakterien in Nitrit und Nitrat umgewandelt – und als Dünger ins Hochbeet geleitet. Dieser geschlossene Wasser- und Nährstoffkreislauf heißt Aquaponik.

Gemüse gegen Spende

Aufgebaut und betreut wird die Aquaponik-Anlage am Dom von geflüchteten Menschen und Messdienern der Domgemeinde. Diakon André Lemmer ist gelernter Biolaborant und begeisterter Angler. „Gegen eine Spende können die Menschen frisches Gemüse selbst aus dem Hochbeet ernten und – zum Ende der Zuchtzeit – auch Viktoriaseebarschfilets bei uns erhalten“, sagt Lemmer. Die Stadtführergilde Fritzlar hat die „Fischzucht am Dom“ bereits in ihr Programm aufgenommen.

Marcel Matheis, Koordinator der Integrationslotsen der Malteser Nordhessen, betont das Engagement der geflüchteten Menschen. „Die zuverlässige Betreuung des Aquaponik-Systems ist für sie eine gute Gelegenheit, Fachkenntnisse zu erwerben und Projektarbeit kennenzulernen. Gleichzeitig vertiefen sie ihre Deutschkenntnisse.“

Ansatz für Welternährung

Das Projekt ist zunächst bis zum Herbst angelegt. Es soll im kommenden Jahr bei warmen Außentemperaturen weitergeführt werden, schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung. Aquaponik gilt als hoffnungsvoller Ansatz in der Welternährung. Das System ist – gerade in den wärmeren Ländern – einfach zu nutzen. Viktoriaseebarsche sind eine gute Eiweißquelle und in der Aquakultur äußerst pflegeleicht. Auch wenn sie rein pflanzlich gefüttert werden, bilden sie die für den Menschen wertvollen Omega-3-Fettsäuren.

Diakon André Lemmer möchte mit dem Aquaponik-Projekt einen pragmatischen Diskussionsansatz zu aktuellen Themen bieten – zum Beispiel zu Möglichkeiten der Selbstversorgung in Entwicklungsländern und die pestizid- und düngerfreie Zucht von Fischen und Gemüse hierzulande.

„Wir möchten alle Interessierten einbeziehen – in den christlichen Diskurs und in unser Projekt“, sagt der Diakon abschließend.

Quelle: HNA

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