Starker Auftritt der Buche bei Ippinghausen

Dominanz der Buche soll auf ausgesuchten Flächen gestärkt werden

Ippinghausen. Die Buchen dominieren die Mischwälder Nordhessens, haben in Europa aber Seltenheitswert. Deshalb sollen die Bäume jetzt noch besser geschützt werden.

Für die Menschen im Wolfhager Land und in angrenzenden Regionen sind ausgedehnte Buchenwälder nichts Besonderes. Sie finden sie zu Hauf in der Natur vor ihrer Haustür. Innerhalb Europas aber haben die Mischwälder Nordhessens, in denen die Buche dominiert, Seltenheitswert.

Deshalb wurden in der Vergangenheit einige Flächen zu Flora-Fauna-Habitaten (FFH-Gebiete) erklärt, in denen die Buche im Zentrum steht. Eines davon ist das FFH-Gebiet mit dem Namen „Wald nördlich Netze“. Für das 1080 Hektar große Areal, in dem sich auch das Quellgebiet der Elbe befindet, wurde nun ein Maßnahmenkatalog erstellt.

Im Unterschied zu anderen FFH-Gebieten steht der Hainsimsen-Buchenwald zwischen Ippinghausen, Naumburg, Freienhagen und Netze nicht unter Naturschutz. Eine Bewirtschaftung ist damit also weiterhin möglich, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Ziel allerdings sei es, den Buchenanteil in Höhe von aktuell 65 Prozent zu halten. Dazu sei es erforderlich, konkurrierende Arten wie Nadelbäume zu entnehmen. Lediglich in einem winzigen Gebiet, einer sogenannten Kernfläche mit über 160 Jahre alten Buchen und reichlich Totholz, werde der Wald sich selbst überlassen. Bäume würden dort nicht gefällt.

FFH-Gebiete im Landkreis Kassel: Uwe Zindel (von links) und Reinhard Vollmer vom Forstamt Wolfhagen sowie Axel Krügener vom Regierungspräsidium Kassel verschaffen sich auf der Karte einen Überblick.

Neben dem starken Vorkommen an Buchen, die auf den verwitterten Buntsandsteinböden der Region optimale Lebensbedingungen vorfinden, soll auch das Elbetal in den kommenden Jahren aufgewertet werden, sagte Axel Krügener von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel. „Wir wollen die Durchgängigkeit des Baches verbessern“, sagt Krügener, der Nachbesserungsbedarf sieht. Die Quelle sei künstlich eingefasst, teilweise verlaufe die Elbe in Rohren, und die sie flankierenden Fischteiche beziehen ihr Wasser aus dem Bach. Das sei insbesondere in Trockenphasen ein Problem, da die Wasserentnahme zu Wassermangel führen könne. Zwar hätten die Teiche Bestandsschutz, wer aber auf eine Bewirtschaftung verzichte und die Flächen verkaufen wolle, könne sich ans Regierungspräsidium wenden. Daneben passten Dämme und nicht standortgemäße Nadelbäume nicht in die Bachlandschaft.

Die Daten, auf Grund derer der Maßnahmenkatalog zum Erhalt der verschiedenen Lebensraumtypen zusammengestellt wurde, stammen von Erhebungen, die Hessen-Forst alle zehn Jahre in seinen Revieren vornimmt. Darüber hinaus haben auch Biologen das Gebiet unter die Lupe genommen. Ein gezieltes Monitoring, bei dem eine detaillierte Erfassung von Arten erfolgt wäre, habe es aber nicht gegeben, sagt Krügener. „Das hätte den finanziellen Rahmen gesprengt, und ist auch nicht das Ziel."

Der Anteil der Laubbäume im FFH-Gebiet „Wald nördlich Netze“ liegt bei knapp 70 Prozent. Die Buche ist unter den Laubbäumen die mit großem Abstand dominanteste Art, daneben gibt es einige Eichen. 55 Prozent der Fläche im Staatswald des Forstamtes Wolfhagen sind FFH-Gebiet. Neben dem „Wald nördlich Netze“, der zur Hälfte in die Zuständigkeiten der Forstämter Diemelstadt und Vöhl gehört, gibt es den „Seilerberg“ bei Ehlen und die „Wälder bei Zierenberg“, die zu den großen FFH-Gebieten zählen. In Hessens Wäldern liegt der Laubbaumanteil bei 58 Prozent, 35 Prozent sind Buchen, 13 Prozent Edelhölzer und zehn Prozent Eichen.

Quelle: HNA

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