Die Gemeindevertreter in Gilserberg lehnen geplante Windkraftanlagen deutlich ab

Doppelt gegen Windräder

Gilserberg. Das Thema Windkraft beschäftig die Gemeinde Gilserberg nicht erst seit gestern. Mehr als 40 Anlagen könnten nach aktuellen Planungen in Gilserberg und den Nachbargemeinden gebaut werden. Nicht nur mehrere Bürgerinitiativen, sondern auch die Gemeindevertretung lehnen das ab – in der Sitzung am Dienstagabend gleich im Doppelpack.

Die erste Ablehnung

„Seitens des Regierungspräsidiums (RP) Gießen hat man es sich hier sehr einfach gemacht“, sagte Wolfgang Urbanek, Sprecher der CDU, mit Blick auf den Regionalplan Mittelhessen. In dem Dokument werden mehrere Standorte für Windkraftanlagen vorgeschlagen, die auch im Bereich der Gemeinde Gilserberg liegen. Die Gemeindevertreter waren aufgefordert worden, über ein Schreiben des Gemeindevorstandes mit Einwänden gegen die Planungen abzustimmen. Die kritische Erklärung wurde ohne lange Diskussion einstimmig beschlossen.

„Da diese Anlage in einem Gebiet liegt, das wir bereits abgelehnt haben, schlage ich vor, unser Einvernehmen hier nicht zu erteilen“

Rainer Barth

Als Begründung für die Ablehnung der Windräder nennt die Gemeinde unter anderem die „Umzingelung“ der Ortschaften durch die hohe Zahl an geplanten Windkraftanlagen, die zusätzlich zu den bereits bestehenden Windrädern gebaut werden könnten.

Dadurch werde die Landschaft negativ beeinflusst und so der Erholungswert und die Attraktivität der Gemeinde gesenkt, heißt es in der Erklärung. „Die bisher hohe Akzeptanz der Bevölkerung wird dadurch größtenteils zerstört werden“, schreibt der Gemeindevorstand weiter.

Die zweite Ablehnung

Eine weitere Vorlage auf der Tagesordnung der Sitzung behandelte sieben Windkraftanlagen, gegen die sich die Gemeindevertreter bereits vor der Sommerpause ausgesprochen hatten. Da das RP Kassel plant, die Windräder zu genehmigen, muss eine Stellungnahme der Gemeinde für den Ausbau eines Weges zum geplanten Standort eingeholt werden.

„Da diese Anlage in einem Gebiet liegt, das wir bereits abgelehnt haben, schlage ich vor, unser Einvernehmen hier nicht zu erteilen“, sagt Bürgermeister Rainer Barth. Die Gemeindevertreter folgten seinem Vorschlag bei einer Enthaltung aus den Reihen der SPD einstimmig.

Wie geht es weiter?

Die Einwände der Gemeinde Gilserberg werden nun den zuständigen Regierungspräsidien in Kassel und Gießen vorgelegt. Die Gemeinde hat dabei die gesetzten Fristen durch die Beschlüsse der Gemeindevertreter eingehalten.

Das jeweilige Regierungspräsidium entscheidet dann über eine Genehmigung der vorgelegten Pläne. Die Kritik der Gemeinde stellt dabei nur eine Empfehlung dar. Es liegt daher an den zuständigen Stellen, ob man auf die Einwände der Gemeindevertretung eingeht oder nicht.

Von Dominik Brück

Quelle: HNA

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