Fritzlar will seine Stadtteile stärken

Fritzlar. Leere Ortskerne, verfallende Hofreiten und überalterte Dörfer: Dagegen soll in den Stadtteilen rund um Fritzlar aktiv angegangen werden. Die Aufnahme in das hessische Dorferneuerungsprogramm 2012, für das sich die Fritzlarer Stadtverordneten am Donnerstag einstimmig aussprachen, verspricht Zuschüsse des Landes dafür.

Doch gleichzeitig muss auch die Stadt Fritzlar etwas versprechen: Sie verzichtet für die Laufzeit des Dorferneuerungsprogramms – üblicherweise etwa neun Jahre – auf die Ausweisung neuer Baugebiete in den Dörfer.

Wie Hartmut Spogat, noch Sprecher des Haupt- und Finanzausschusses und ab 1. Mai Fritzlarer Bürgermeister, in der Parlamentssitzung erläuterte, hat Fritzlar gute Chancen, in das Programm aufgenommen zu werden. Auch die Ortsbeiräte der zehn Stadtteile seien sich einig gewesen. Der Verzicht auf neue Baugebiete sei verschmerzbar, sagte Spogat, da es immer noch ausreichend Bauplätze für Bauwillige in den Dörfern gebe.

Als „kleinen Meilenstein in der Bewältigung der demografischen Entwicklung“ bezeichnete Dr. Hans-Gerhard Heil (CDU) den Beschluss, auf Neubaugebiete zu verzichten und die Dorfkerne zu beleben. Fritzlar gebe damit klar die Richtung vor, um den Leerstand zu bekämpfen,

Für Martin Hannappel (SPD) ist vor allem die Nachhaltigkeit wichtig. Wieder Leben in die lange vernachlässigten Dorfzentren zu bringen, müsse Vorrang haben. Es sei entscheidend, für die Menschen akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen.

In seinen jahrelangen Bemühungen um den Erhalt alter Bausubstanz in den Dörfern sieht sich Peter Kuttelwascher (Grüne) bestätigt. Er nannte den künftigen Bürgermeister als bestes Beispiel für eine sinnvolle Nutzung: Er habe ein altes Haus im Stadtteil Wehren saniert und gerettet und lebe jetzt dort, nicht mehr im Neubaugebiet.

Spogat wies darauf hin, dass mit dem Dorferneuerungsprogramm Zuschüsse für private Investoren bis zu 30 Prozent und für kommunale Projekte bis zu 70 Prozent der Baukosten zu erwarten seien.

Cappel und Lohne

Die beiden Stadtteile Cappel und Lohne werden außerdem in das Programm zur Entwicklung und Vitalisierung der Kernbereiche aufgenommen. Damit besteht dort für private Investoren die Chance, für kleinere Vorhaben bis 10 000 Euro Zuschüsse zu erhalten.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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