Dorflädchen in Bründersen droht die Schließung

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Einkaufen in der Nachbarschaft: Im Dorflädchen in Bründersen gibt es nicht nur ein großes Sortiment an Lebensmitteln. Linda Siebert-Michaelis bietet das an, was die Einwohner brauchen.

Bründersen. Mit ihrem kleinen Dorfladen hat sich Linda Siebert-Michaelis vor einem guten Jahr nicht nur einen kleinen Traum erfüllt. Sie will den Bründersern damit auch ein Stückchen Lebensqualität bieten. Doch ihr Traum droht zu platzen.

Täglich brummt der kleine Backofen hinter der Ladentheke. Jeden Morgen gibt es frische Brötchen, Kaffee und Gebäckstückchen. In den Regalen warten unter anderem Zeitschriften, Süßigkeiten, Eier und Nudelpackungen auf Kundschaft.

Linda Siebert-Michaelis  über ihren Laden:

„Ich wollte nicht, dass die Einwohner wegen jeder Kleinigkeit nach Wolfhagen fahren müssen“, sagt die Inhaberin. „Rundherum gibt es sonst keine Einkaufsmöglichkeiten.“

Etwa 40 Stammkunden aus dem Ort kommen regelmäßig in das kleine Lädchen, trinken Kaffee und holen sich das, was sie brauchen - Mehl, Zucker, Schmand oder mal eine Marmelade. Doch die Energiekosten sind mittlerweile so hoch, dass von den Einnahmen nichts übrig bleibt. „Wir haben jetzt eine große Nachzahlung erhalten. Denn unterm Strich geht es zu Null auf“, sagt die gelernte Lebensmittelverkäuferin. „Ich denke, dass wir uns noch einen Monat über Wasser halten können.“

Die 48-Jährige will noch nicht aufgeben. Sie möchte weitermachen. Nicht nur, weil sie den 670 Einwohnern in Bründersen das bietet, was sie brauchen. „Ich habe mein Sortiment erweitert und nun das im Angebot, was meine Kunden wollen.“ Mittlerweile gibt es dort auch Briefmarken, Drogerieartikel und ein kleines Stehcafé.

Sie macht es auch gerne. Es sei einfach schön, wenn sich die Leute beim Einkaufen treffen, sich unterhalten oder die Kinder mit strahlenden Augen vor ihrer Ladentheke stehen und von ihrem Taschengeld die bunten Weingummis kaufen wollen.

„Ich backe auch für Geburtstagsfeiern oder für unsere Vereine frische Brötchen. Egal zu welcher Uhrzeit“, erklärt die Verkäuferin. Dass das Dorflädchen vielleicht bald wieder geschlossen hat, kann sich auch Stammkundin Monika Pietsch nicht vorstellen: „Das wäre echt schade. Vor allem die Brötchen sind klasse“, sagt sie, während sie im Zeitschriftenregal stöbert.

Linda Siebert-Michaelis und ihr Mann wollen nun nach einer Lösung suchen: „Eine Dorfgemeinschaft lebt vom Mitmachen. Wir würden uns über Unterstützung aus der Gemeinde freuen. Wir wollen, dass es weitergeht“, darin ist sich das Ehepaar einig.

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

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