Dorfmuseum bietet Reihe „Literatur zur Blauen Stunde“ an

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Nahm der Liebe wegen eine gefährliche Reise nach Amerika in Kauf: Louise Charlotte Friederike Riedesel zu Eisenbach (1746-1808).

Holzburg. Das Schwälmer Dorfmuseum in Holzburg startet 2017 wieder mit der dreiteiligen Reihe „Literatur zur Blauen Stunde".

Heidrun Merk und Berndt Schulz laden an drei Wintersonntagen bei Kerzenschein und knisterndem Holzfeuer jeweils um 16 Uhr zu Lesungen in den Blauen Saal Museums ein.

Dieses Jahr geht es um einen Aspekt der hessischen Geschichte, der unter dem Titel „Soldatenhandel“ in die Geschichte eingegangen ist. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775-1783) kämpften tausende von Hessischen Soldaten auf der Seite der Engländer gegen die abtrünnigen 13 amerikanischen Kolonien, den Vereinigten Staaten von Amerika. In der Reihe mit dem Titel „Jucheissa nach Amerika“ werden drei höchst unterschiedliche Persönlichkeiten anhand von Tagebuchaufzeichnungen vorgestellt.

Los geht es am Sonntag, 29. Januar, 16 Uhr, mit dem Tagebuch der „Generalin“ Riedesel (1746-1808), die aus Liebe zu ihrem Mann - General Friedrich Adolf Riedesel zu Eisenbach (1738-1800) - eine gefährlich Reise in die Kriegsgebiete nach Kanada und Nordamerika unternahm. Riedesels Stammschloss Eisenbach ist nicht weit von Lauterbach entfernt. Mit dabei: ihre drei kleinen Töchter. Riedesel - General im Dienste des Herzogs von Braunschweig - kämpfte während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges auf der Seite der Engländer gegen die „Rebellen“. Packend und eindringlich erzählt Friederike Riedesel zu Eisenbach vom Alltag des Krieges, von ihrem Leben als Offiziersfrau, von den Begegnungen mit den Menschen und dem faszinierenden Land Amerika. Titel der Veranstaltung: „Mit dem Mut einer Frau“.

Am Sonntag, 5. Februar, 16 Uhr, wird das Tagebuch des Sockenstrickers Johann Valentin Asteroth aus Treysa (1776-1831) vorgestellt.

Für Asteroth, der vor seinem Kriegsdienst in Amerika die Schwalm noch nie verlassen hatte, bedeutete die Reise über den Atlantik ein Abenteuer, das er in seinem Tagebuch in einfachen aber deshalb nicht weniger beeindruckenden Worten schildert.

Am Sonntag, 12. Februar, 16 Uhr, steht schließlich der Schriftsteller Johann Gottfried Seume (1763-1810) im Zentrum der Lesung. Seume, geborener Sachse, wurde in Vacha von hessischen Werbern aufgegriffen und in die Festung Ziegenhain gebracht. In Amerika sollte er in englischem Sold gegen die aufständischen Amerikaner kämpfen. Auf der Rückfahrt desertiert Seume, wird von den Preußen eingefangen und nach Emden verschleppt.

Eintritt: drei Euro inklusive Tee und Gebäck. Infos: 06698/91 16 96.

Quelle: HNA

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