Drei neue Ausstellungen

Dorfmuseum Holzburg öffnet seine Türen

+
Textilbilder: Die Künstlerin Regine Gollwitzer zeigt im Dorfmuseum in Holzburg in den kommenden Wochen ihre Stoff-Auslese.

Holzburg. Stoff und Faden - unter diesem Motto stand am Sonntag die Saisoneröffnung des Dorfmuseums in Holzburg. In den kommenden Wochen firmieren darunter gleich drei neue Ausstellungen, die im Saal sowie im Gasthaus Wahl zu sehen sind.

Eine Schau stellt die Ausgangsmaterialien der textilen Kunstfertigkeit in der Schwalm, in den beiden anderen Ausstellungen zeigen die Künstlerinnen Ursel Arndt und Regine Gollwitzer ihre Fertigkeiten im Umgang mit Stoff. Dr. Anton Merk führte am Sonntag in die Präsentationen ein.

Ursel Anrdt nennt ihre Werke „Licht durch Farbschichten“: Als Material verwendet die Künstlerin und gelernte Kostümbildnerin modernen Polyester-Organza. „Den Stoff schneidet sie mithilfe eines Lötkolbens aus, ähnlich wie beim Farbholzschnitt“, erläuterte Merk. Diese figürlichen und leicht surreal anmutenden Strukturen schichte Arndt dann sorgfältig und fast unsichtbar wieder übereinander. Regine Gollwitzer zeigt Stoffbilder. „Ihre Kompositionen bilden eine abstrakte Natur mit Stoffen ab“, erklärte Merk.

Als spannender Kontrast sind Stoffe zu sehen, die die Schwälmer verwandten. „Neben Leinwand wurden Materialien wie Seide, Samt, Beiderwand und Wolle verarbeitet“, verdeutlichte Merk. Man müsse sich von der Mär verabschieden, dass Seide nur etwas für obere Stände gewesen sei.

Besonders hob der Kunsthistoriker die Sammlung von Ecken hervor, die Pfarrer Metz einst gründlich aufgearbeitet hatte. Die älteste dieser Ecken stammt aus dem Jahr 1750. Etwa ab 1820 seien in den Ecken nicht nur Stofffäden, sondern auch Metallfäden verarbeitet worden. „Für die Brustlappen wurden extra Seidenstoffe angekauft“, sagte Merk. Am Hals habe die Schwälmerin nur Seide getragen.

Beiderwand und Wollstoff

Viel verwendet worden sei auch Beiderwand. Der Stoff bestünde aus zwei Fäden. Der Kettfaden aus Leinen, der Schuss aus Wolle. Für die Kleidung der Männer wurde gewalkter Wollstoff verarbeitet. Vorsitzender Klaus Hahn gab einen Ausbilck auf das Museumjahr. Restauriert werden soll ein historischer Webstuhl. Im Museumsgarten stünden noch Verschönerungsarbeiten an. Ein alter Backofen werde wieder flott gemacht. Am 25. August soll darin zum ersten Mal gebacken werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare