Weißenbörner packen zu, damit ihr Dorf hübsch und lebenswert bleibt

Genossen den Herbsttag: Harald und Anita Brömel ließen es sich in den Strahlen der Sonne gut gehen. Foto: Schittelkopp

Weißenborn. Eigentlich wollte Willi Spohr einen Meter Zaun mitnehmen, um auch richtig an der HNA-Serie Gespräche am Gartenzaun teilnehmen zu können, so scherzte er.

Dann entschloss er sich doch zu einem gemütlichen Rundgang mit seinem zweijährigen Enkel Julian Spohr. Gemütlich und beschaulich geht es überhaupt in Weißenborn zu. Gut lassen es sich Harald und Anita Brömel gehen, wenn sie ihren Garten gehegt und gepflegt haben, dann machen sie es sich vor dem Haus in der Sonne gemütlich. „Gartenarbeit, das ist unser Hobby“, erzählte Anita Brömel. Sie stammt aus Nordrhein-Westfalen, er aus Thüringen.

Auffällig ist in Weißenborn, dass sich viele Zugezogene dort niedergelassen und auch pudelwohl fühlen. So auch Ortsvorsteherin Elke Kochler und Stephan Hofmann, die den Rundgang durchs Dorf leiten. Sie nehmen weite Fahrtstrecken zur Arbeit in Kauf, um in dem Ort leben zu können. „Einer meiner Lieblingsplätze ist oben an der Kirche“, erzählte Elke Kochler. Von dort kann sie über ganz Weißenborn und die wunderschöne Landschaft blicken.

Doch nicht nur die Idylle macht ihr Dorf für die Weißenbörner lebenswert, es ist auch der Zusammenhalt im Ort. So arbeiten und gestalten die Anwohner seit mehr als einem Jahr den Friedhof in Eigenleistung und auf ihre Leistung sind sie zu Recht mächtig stolz. „Bisher haben wir hier 600 Stunden gearbeitet“, sagte Uwe Lippert. Schon der ein oder andere Urlaubstag sei für die Gestaltung draufgegangen. „Jeder kann mithelfen“, so Lippert. Im kommenden Frühjahr wollen die Weißenbörner mit der Umgestaltung des terrassenartigen Friedhofs fertig sein.

Auch in der Freizeit wird es den Weißenbörnern nicht langweilig. Elf Vereine sind im Dorf aktiv. Engagiert ist beispielsweise die Ortsvereinigung des DRK, die seit 30 Jahren besteht. Zwei so genannte Helfer vor Ort gibt es im Dorf, die im Notfall schnellstmöglich zu Stelle sind.

Zudem hat der Ort einiges an Ausflugspunkten zu bieten: dazu zählt der kulturhistorische Wanderweg. Er beginnt im Ahnenhaus der Brüder Grimm und führt unter anderem am Haus der Märchenerzählerin Gudrun Grünberg vorbei. Auch der Bahnradweg hat für Bewegung in Weißenborn gesorgt. „Viele haben sich ein Fahrrad gekauft“, wusste die Ortsvorsteherin zu berichten, an schönen Tagen sei dort richtig viel los. „Weißenborn stirbt nicht aus“, sagte die zweifache Mutter Andrea Battenberg beim Dorfrundgang. Es gebe viele kleine Kinder im Ort – das halte das Dorf jung.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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