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Dr. Karl-Ludwig Voss ist tot – Er war lange Pfarrer in Niedergrenzebach

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Dekan i.R. Dr. Voss

Wetter/Niedergrenzebach. Dekan in Ruhe Dr. Karl-Ludwig Voss ist am 20. Mai in seinem Haus in Cölbe-Reddehausen gestorben. Er wurde 78 Jahre alt.

Voss hinterlässt seine Ehefrau Margareta und drei längst erwachsene Kinder.

Geboren wurde Voss am 16. Januar 1940 in Breslau, 1945 Flucht aus Westpreußen. Sein Abitur legte er 1960 am Johanneum in Lüneburg ab. Bis 1964 studierte er Evangelische Theologie in Marburg, Göttingen und Lund (Schweden), 1965 Ordination in Lund. Seine erste Pfarrstelle (1966 bis 1968) hatte er in St. Marien Helsingborg in Schweden.

Nach der Promotion 1968 in Marburg wurde Voss Pfarrer im Kirchspiel Niedergrenzebach, bis er 1994 als Dekan in den Kirchenkreis Marburg-Land wechselte.

Dekan i.R. Dr. Voss

Pfarrer Hans-Gerrit Auel, Niedergrenzebach, schreibt weiter über Voss‘ Wirken hier: „In diese Zeit fallen viele Ereignisse, die Karl-Ludwig Voss veranlasst bzw. ausgestaltet hat. Die evangelischen Frauenhilfen erlebten in seiner Dienstzeit einen großen Zulauf, die Schönborner Frauenhilfe wurde gegründet. Zusammen mit Pfarrer Scheffner in Emersleben (Kirchenkreis Halberstadt) wurde eine Patenschaft (später Partnerschaft) ins Leben gerufen.“ Diese habe bis heute Bestand. Darüber hinaus habe es auch Kontakte und Partnerschaften mit anderen Gemeinden, z. B. in Polen gegeben.

Zudem sei Voss für fünf Vikarinnen und acht VikareMentor gewesen. Der Bau und die Ausgestaltung des Leimsfelder Kirchenschiffs fiel in den Beginn seiner Amtszeit. Weiter wurden Kronleuchter für die Kirche in Niedergrenzebach angeschafft, eine Orgel, ein Sargraum und ein Buntglas-Kirchenfenster in Rörshain sowie ein Glockenträger für die alte Schönborner Glocke. In Leimsfeld wurde später ebenfalls eine neue Orgel und kurz nach seinem Stellenwechsel auch noch eine dritte Glocke eingeweiht.

Besonders hervorzuheben ist die Kirchenmusik. Das Lied 545 („Wir gehen hinauf nach Jerusalem“) im Evangelischen Gesangbuch Hessen stammt von ihm (nach einem schwedischen Original). Es wurde in Niedergrenzebach uraufgeführt. Er leitete den gemischten Chor, den Kinder- und Jugendchor sowie den Posaunenchor.

Chorfreizeiten führten viele Jugendliche bereits in den 70er Jahren in viele Nachbarländer. Zahlreiche geistliche Lieder wurden von ihm geschrieben. In der Zeit seiner Krankheit wurde im Herbst 2017 die Liedersammlung „Herzens Zeit“ veröffentlicht. Bis zuletzt sei er seinem früheren Kirchspiel verbunden geblieben.

In den Jahren als Dekan im Kirchenkreis Marburg-Land hat er die Bau- und Renovierungsarbeiten an der Stiftskirche gefördert, heißt es in einem der Nachrufe aus Wetter. Auch dort wurde er sehr geschätzt. Noch 2015 sei er mit Konfirmanden auf Freizeit gefahren und hat diesen Kurs konfirmiert. „Er war im Kreis der jungen Menschen hoch angesehen und respektiert“, so Pfarrer Dr. Matthias Franz.

Voss hatte viele Talente und Fähigkeiten, er sang in der Kantorei Bass, er gestaltete Konzerte und geistliche Abendmusiken. „Seine ruhige, einfühlsame und menschenfreundliche Art der Gestaltung von Gottesdiensten und Musiken hat vielen Menschen sehr gut getan.“

Karl-Ludwig Voss soll seine letzte Ruhe in seiner zweiten Heimat Schweden finden. 

Quelle: HNA

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