Dr. Röthele übernimmt zum 1. April

Trotz Ärztemangel: Dr. Strocka aus Fritzlar hat einen Nachfolger gefunden

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Sie arbeiten ab dem 1. April zusammen: Dr. Jochen Röthele (links) übernimmt die Hausarztpraxis von Dr. Norbert Strocka. 

Fritzlar. Norbert Strocka ist ein kleines Kunststück gelungen. Er hat einen Nachfolger gefunden. In Zeiten, in denen viel vom Medizinermangel die Rede ist, ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Dr. Jochen Röthele übernimmt zum 1. April die hausärztliche Praxis in Fritzlar.

Der 64-jährige Strocka bemüht das Bild vom lachenenden und weinenden Auge. „Ich bin froh, dass ich die Praxis in gute Hände weitergeben kann und sie in meinem Sinne weitergeführt wird“, sagt Strocka. Er sei aber auch traurig, dass er nach 32 Jahren seine Praxis abgibt. Der Fritzlarer hat sich für einen sanften Übergang entschieden. Strocka wird als angestellter Arzt weiter praktizieren und für seine Patienten da sein. Wie lange, ist noch offen. Mehrere Jahre sollen es nach Ansicht der beiden Ärzte aber sein.

Norbert Strocka ist Hausarzt in zweiter Generation. Sein Vater Werner hat sich von 1960 bis 1987 um die kleinen und großen Erkrankungen der Fritzlarer gekümmert. Zunächst am Marktplatz 24, dem heutigen HNA-Haus, später am Grauen Turm. 1985 hat Norbert Strocka die Praxis übernommen.

Ärzte in Hessen: Im Durchschnitt 60 Jahre alt

Die niedergelassenen Ärzte in Hessen sind im Schnitt um die 60 Jahre alt. Viele werden in den kommenden zwei bis fünf Jahren ihre Praxis aufgeben, sagen die beiden Ärzte. Das Angebot von Jochen Röthele sei genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. So konnte Strocka seine Nachfolge regeln, bevor viele andere Kollegen ebenfalls suchen. Röthele ist dankbar. 

Dankbar für die Chance in der neuen Praxis und für die Chance in der alten. Der gebürtige Heidelberger war Anfang 2016 mit in die Praxis von Markus Balli gegangen. Auch im Homberger Ärztehaus war er anzutreffen. Dort wird er auch weiter sein. Vier Tage die Woche ist Röthele in Fritzlar, einen Tag in Homberg.

Röthele freut sich, mit Strocka einen erfahrenen Mediziner an seiner Seite zu haben. „Das war meine Wunschpraxis. Wir ergänzen uns prima“, sagt Röthele. Der 46-Jährige kenne sich aus in der inneren Medizin, bringt auch Wissen aus der Nephrologie, der Lymphologie und der Ultraschall-Diagnostik mit. 

Die beiden Ärzte wollen die Praxis schrittweise modernisieren, einen barrierefreien Zugang ermöglichen und vor dem Haus für Behindertenparkplätze sorgen. Ansonsten ändere sich für die Patienten durch die Übergabe nichts. Das eingespielte Team mit drei Arzthelferinnen bleibt, selbst die Telefonnummer ist dieselbe: 0 56 22/29 31. So wie schon vor 58 Jahren.

Dr. Norbert Strocka (64) ist in Marburg geboren und in Fritzlar aufgewachsen. Er studierte an den Universitäten Marburg, Freiburg und Göttingen Medizin. Es folgten Stationen am Burgfeld-Krankenhaus in Kassel und am Hospital zum Heiligen Geist in Firtzlar. 1985 hat er die Praxis von seinem Vater Werner Strocka übernommen. Der Mediziner reist gerne, fährt mit dem Rad, spielt Klavier und liest Kriminalromane. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. 

Dr. Jochen Röthele (46) ist gebürtiger Heidelberger. Nach seinem Medizinstudium in Heidelberg hat er in Karlsruhe seinen Facharzt in Innerer Medizin gemacht. Röthele hat viele Jahre in einer Gemeinschaftspraxis im Nierenzentrum Heringen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) gearbeitet. Anschließend wechselte er in die Praxis Dr. Balli in Fritzlar und in eine Praxisgemeinschaft in Homberg. In seiner Freizeit fährt Röthele Rad und läuft. Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Quelle: HNA

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