Um die Drachenhöhle am Graner Berg ranken sich viele Geschichten

Wo der Drache wohnt

Geheimnisvoll: Bis zu 25 Meter soll der Gang in den Berg geführt haben. Landrat von Buttlar baute die Drachenhöhle Anfang des 20. Jahrhunderts. Foto: Ricken

Wolfhagen. In der Höhle wohnen Geheimnisse: Ein erster Kuss, Mutproben, ein Lebensmittelversteck im Krieg. Generationen von Kindern sind mit Kribbeln im Bauch und einer Mischung aus Angst und Abenteuerlust durch den schmalen Einlass geschlüpft. Lebt hier am Ende doch ein Drache? Bis vor kurzem gab es ihn tatsächlich. Gleich am Eingang der Höhle in Stein gemeißelt. Vandalen haben das Steinbild inzwischen zerstört. Nur noch die Umrisse sind zu erkennen.

Wenige Fakten

In der Wolfhager Geschichte gibt es wenige Fakten zur Drachenhöhle, dafür aber viele Geschichten. Belegt ist, dass in den Jahren 1905 bis 1909 die Türme auf dem Graner Berg entstanden. Gleichzeitig wurde aus einer Spiellaune des damaligen Landrats von Buttlar die Drachenhöhle gebaut. Sie liegt westlich in Richtung Granfeld und besteht aus einem verwinkelten 25 Meter langen Felsgang. Ursprünglich soll dieser Gang bis zu den Türmen geführt haben. Heute haben Steine den Durchgang verschüttet. Nur über einen schmalen Waldpfad ist das Bauwerk zu erreichen. In der Höhle ist eine Sitzbank in den Fels gehauen. Am Eingang hatte von Buttlar ein Schild mit dem Namen Drachenhöhle anbringen lassen.

Lebensmittelversteck

In Bründersen erzählt man, dass sich im Krieg Flüchtlinge dort versteckt haben sollen. Und auch als Lebensmittelversteck diente die Drachenhöhle wohl in dieser Zeit. 1948 zog der Seemann Bruno Noll in die Graner-Berg-Türme ein und lebte dort viele Jahre unter primitivsten Verhältnissen. Er betrieb ein Stromaggregat und holte Wasser aus der Quelle am Fuße des Graner Bergs. Noll warb für die Drachenhöhle als Ausflugsziel und versorgte Spaziergänger mit Kaffee und Kuchen. In den 60er und 70er Jahren gab es dort oben eine echte Gastronomie.

Lebendiger Adventskalender:

Wolfhagen: 17 Uhr, Altes Rathaus, Stadtbücherei, Rund um den Elch.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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