Naturpark-Mitarbeiter Uwe Hartmann

Dreharbeiten für Kinofilm: "Sowas erlebt man nur einmal"

Ohne ihn geht nichts: Uwe Hartmann hat nicht nur die Drehorte mit ausgesucht, er ist auch am Set ein wertvoller Berater.

Zierenberg. Wenn eine Filmproduktionsfirma im Wolfhager Land nach geeigneten Drehorten sucht, wendet sie sich nicht ohne Grund an Uwe Hartmann. Als Mitarbeiter im Naturpark Habichtswald kennt sich der bestens in der Region aus, weiß, wo die Natur die schönsten Plätze bereithält.

In seiner Freizeit wird er dann Berater der Filmemacher, bei der Produktion von „V8² - Die Rache der Nitros“ sogar so etwas wie ein Hauptdarsteller, wenn auch nur hinter der Kamera. HNA-Mitarbeiter Sascha Hoffmann sprach mit ihm über seine spannende Zeit in der Welt des Films.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

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Uwe Hartmann: Im Sommer rief mich ein sogenannter Location-Scout an, der auf der Suche nach geeigneten Schauplätzen war. Ich kannte ihn von früheren Dreharbeiten zum Film Ostwind, für den eine Szene ebenfalls auf dem Dörnberg gedreht wurde. Er erklärte mir das Drehbuch und ich machte ihm dann einige Vorschläge. Danach ging alles sehr schnell. Regisseur Joachim Masannek kam mit seiner Crew zur Besichtigung und hat sich gleich in die Dörnbergregion verliebt, sodass er sogar das Drehbuch umschrieb. Eigentlich war das Lager der Teenager in einem Wald vorgesehen, die Helfensteine gefielen ihm dann aber besser.

Was waren die besonderen Herausforderungen?

Hartmann: Die weiten Wege, die schlechte Erreichbarkeit der Helfensteine, die fehlende Infrastruktur auf dem Berg. Wir haben aber alles prima hinbekommen, das Team hat sogar eine große, transportable Küche am Fliegerlager aufgebaut, selbst Lehrer und pädagogisch geschulte Kinderbetreuer waren vor Ort.

Was waren für Sie die spannendsten Momente?

Hartmann: Davon gab es viele, meine Schmiedearbeiten mit Maya Lauterbach etwa, eine der Hauptdarstellerinnen. Die Rennszenen auf dem Flugfeld, das Beobachten der kompletten Arbeiten von der Probe bis zur fertigen Szene - so was erlebt man nur ein einziges Mal im Leben. Erstaunlich auch, wie die Halle der Segelflieger in eine Werkstatt verwandelt wurde, durch die ein Ausstieg direkt ins Lager auf die Helfensteine führt - im fertigen Film zumindest.

Die Dreharbeiten sind nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit abgelaufen. Warum und wie war das möglich?

Hartmann: Alle Beteiligten haben sich auf Stillschweigen geeinigt, um möglichst ungestört drehen zu können. Bei Dreharbeiten mit Kindern kommt es auf jede Minute an, denn sie dürfen nur drei Stunden pro Tag arbeiten. Für einige Szenen gab es auch Doubles, um so pro Tag mehrere Einstellungen in den Kasten zu bekommen. Auch ich habe nicht alles mitbekommen, Heiner Lauterbachs Besuch am Dreh beispielsweise habe auch ich verpasst.

Kritiker bemängeln, dass mitten im FFH-Gebiet gedreht wurde, sogar große Auf- und Umbauten auf den Helfensteinen stattgefunden hätten.

Hartmann: Sämtliche Aufbauten sind in enger Absprache mit mir vorgenommen worden, da war das Requisitenteam sehr sensibel. An den Helfensteinen ist nichts verändert worden, in zehn Tagen wird alles wieder so ausschauen, wie vorher.

Was geschieht mit den Requisiten?

Hartmann: Vieles war nur geliehen, einige Stücke darf ich aber auch behalten. Die stehen nun zur Verfügung, wenn wir auf Messen oder Ausstellungen für unsere Region werben möchten. Ein großer Pavillon wird auf dem Gelände des Zentrum Helfensteine aufgebaut, wo ein Teil der Crew gewohnt und gearbeitet hat. Zu sehen ist er in etwa einem Jahr auch im fertigen Film, dort steht er im Lager der Kinder hoch oben auf den Helfensteinen. (zhf)

Bilder der Dreharbeiten

Dreharbeiten am Dörnberg für den Kinofilm „V8² - Die Rache der Nitros“

Quelle: HNA

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