Mehrere Personen wurden bei der Auseinandersetzung in Treysa verletzt

Drei Angeklagte vor Gericht: Schlägerei in Musikkneipe

Treysa. Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mussten sich zwei 19-Jährige und ein 20-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Den Dreien wurde zur Last gelegt, im Juni vergangenen Jahres beim Besuch einer Schwälmer Musikkneipe eine Schlägerei begonnen zu haben. Sie sollen mehrere Personen mit Schlagring, Schlagstock und einer Flasche verletzt zu haben. Von der Kneipe aus hatte sich die Schlägerei, bei der laut Zeugenaussagen mehr als 100 Schaulustige zugegen gewesen sein sollen, an mehrere Stellen im Ort verlagert.

Während eines ersten emotionsgeladenen Hauptverhandlungstages sagten die drei Angeklagten und acht Zeugen vor Gericht aus. Die sich benachteiligt fühlenden Angeklagten gaben an, es hätten Leute Aussagen gegenüber der Polizei gemacht, die bei der Schlägerei gar nicht vor Ort gewesen wären. Zudem seien sie rassistisch beleidigt worden. Eine Gegenanzeige habe man ihnen von Seiten der Polizei verweigert.

Entschieden wiesen die Angeklagten den Vorwurf zurück, sie seien mit Schlagwaffen und Flasche auf Zeugen losgegangen. Einer der beiden 19-Jährigen räumte einen Faustschlag gegen einen der Zeugen ein. Zuvor habe sein 19-jähriger Freund Ärger mit dem Zeugen gehabt und sei von etwa zehn Leuten umringt worden. Gemeinsam mit einem weiteren Freund sei er dazwischen gegangen. Er selbst habe einen Schlag auf den Kopf bekommen. Als sein 19-jähriger Freund weggelaufen sei, habe sich die Lage entspannt. Später sei der Zeuge jedoch mit Verstärkung zurückgekommen.

Der zweite 19-Jährige, der sich unter anderem wegen eines weiteren Falles von Körperverletzung vor Gericht verantworten musste, räumte eine handgreifliche Auseinandersetzung mit einem der Zeugen außerhalb der Kneipe ein. Im Tumult sei eine Frau in einem Geländewagen vorgefahren und mit einem Baseballschläger auf ihn los. Ihr Sohn habe ihn mit einem Messer bedroht.

Der 20-jährige Angeklagte sagte aus, auch er habe versucht zu schlichten, aber die Schlägerei habe sich von der Sparkasse aus weiter den Berg hoch verlagert und er habe sich rausgehalten.

Zeugenaussagen

Eine 14-jährige Zeugin sagte aus, die Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen sei in eine Massenschlägerei gemündet, in deren Verlauf sie von einer unbekannten Person in den Bauch getreten worden sei. Die Frau mit dem Geländewagen und dem Baseballschläger habe den 19-Jährigen bedroht und ihn mit den Worten „Komm her, du Kanake!“ beleidigt.

Belastet wurden die drei Angeklagten durch drei ortsansässige und einen weiteren Zeugen, die die Angeklagten mit Schlagwaffen und Flasche in Verbindung brachten. Dagegen erklärte ein 16-Jähriger, er habe einen der ortsansässigen Zeugen mit einem ausgefahrenen Teleskopschlagstock laufen sehen. Der Zeuge selbst will den Stock nur sichergestellt haben. Ein zweiter Hauptverhandlungstermin wurde festgesetzt. (zhk)

Quelle: HNA

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