Marion und Jürgen Neumann wandern auf dem deutschen Jakobsweg

Mit drei Eseln auf Tour

Ankunft in Homberg: Marion und Jürgen Neumann mit ihren Eseln Jumper, Bodega und Prince machten auf ihrem Weg nach Eisenach Station in der Kreisstadt. Fotos: Schmitt

Homberg. Seit dem 13. Mai sind Marion und Jürgen Neumann mit ihren Eseln Jumper, Bodega und Prince unterwegs. Ihre Rundreise auf dem Jakobs- und Elisabethweg soll nach 100 Tagen und 1300 Kilometer wieder in Köln enden.

Bei ihrer Station am Montag auf dem Marktplatz in Homberg dauerte es nur wenige Augenblicke, bis die ersten Neugierigen sich an die Tiere heran trauten. „Darf ich den mal streicheln?“, fragte ein Mädchen, als Jürgen Neumann (58) mit dem Esel an ihr vorbei ging. „Das ist immer so“, sagt er, „den ersten Kontakt bekommen wir über die Kinder.“ Drei Esel und zwei Erwachsene wecken eben die Neugierde der Passanten.

„Rette dein Leben“ – die Inschrift an der Wegkreuzung haben wir als Aufforderung verstanden.“

Jürgen Neumann

Kontakt zu knüpfen fällt den Neumanns nicht schwer. Mit ihren Eseln haben sie weite Teile Europas erwandert. Am Anfang der Esel-Touren stand ein tragisches Ereignis, das der heute 49-jährigen Marion fast das Leben gekostet hätte. Es war der 6. Mai 2006, als die Neumanns in der Nähe von Köln von einem Gewitter überrascht wurden.

An einer Wegkreuzung traf Marion in der linken Schulter der Blitz. Schwer verletzt mit Verbrennungen und Lähmungen überlebte sie. Als sie zur Wegkreuzung zurückkehrten, sahen sie dort einen Bildstock mit der Aufschrift „Rette dein Leben.“ Die Neumanns verstanden dies als Fingerzeig Gottes und gelobten: „Wenn Marion gesund wird, brechen wir zu einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela auf.“

Die Neumanns hielten ihr Versprechen und zogen mit drei Eseln Richtung Spanien. 3000 Kilometer wanderten sie in elf Monaten. Dazu kamen fünf Monate Winterpause in Frankreich. Und ganz nebenbei wurden die Esel Weltmeister im Langstrecken-Trecking.

Auf der Tour kam ihnen die Idee, die deutsche Strecke des Jakobswegs bekannt zu machen. Deshalb sind die Neumanns nun auf einer 1300 Kilometer langen Tour wieder nach Köln zurück.

Jeder der Esel trägt auf einem Gestell zwei Rucksäcke, in denen die Habe verstaut wird. Geschlafen wird im Zelt. Vor allem neben Sportplätzen sei das angenehm: „Da kann man im Sportheim duschen“, sagt Jürgen. Und weil Esel genügsam sind, reicht das Gras, um sie satt zu bekommen.

Zehn Kilometer legen sie täglich zurück, manchmal weniger. Vor allem dann, wenn die kleine Karawane an einem Kindergarten vorbei zieht und die Kinder Fragen haben. Dann erzählt Jürgen über die Esel, den Jakobsweg, das Wandern und dass die drei Tiere manchmal maßgefertigte Schuhe tragen, um die Hufe zu schonen. HINTERGRUND

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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