Drei Frauen sorgen in Hülsa für das Bewegungsbad

+
Kennen sich auch bestens mit der Schwimmbadtechnik aus: (von links) Gabriele Schmidt aus Appenfeld, Helga Fenner aus Hülsa, Lore Mönch aus Appenfeld im Technikkeller des Bewegungsbades.

Hülsa. Hochkonjunktur. Dieses Wort fällt nicht oft, wenn man mit Gabriele Schmidt, Lore Mönch und Helga Fenner über das Bewegungsbad in Hülsa spricht.

Genau zwei Mal. 1981 und in den Folgejahren sei das gewesen, als das Bad eröffnet wurde. Dann schlug die Kurkrise auch im einstigen, kleinen Luftkurort Hülsa zu. Die Zeiten, in denen das Bad regelmäßig rappelvoll war, sind längst vorbei, das wissen die drei Frauen.

Sie wissen auch, dass die Öffnungszeiten immer weiter gekürzt wurden, dass die Wassertemperatur um ein Grad auf 28 Grad reduziert wurde, dass das Bad seit 1996 in den Sommermonaten geschlossen ist und dass so mancher Homberger Kommunalpolitiker es aus Kostengründen lieber dauerhaft schließen als jetzt zur Wintersaison wieder für fünf Monate geöffnet sehen würde. Sie wissen genau, dass die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer schlechter wurden - sie haben jeden Gast gezählt.

Kasse und Anmeldung: Gabriele Schmidt am Telefon.

Sie wissen aber auch, dass in dem Becken noch immer viele Grundschüler das Schwimmen erlernen, denn acht Schulen aus der Umgebung nutzen es. Und sie wissen, dass das kleine Bad eigentlich eine Perle ist, die man nur neu entdecken müsste, sagen sie. „Die Menschen müssten nur kommen, dann würden sie sehen, wie schön es hier ist“, sagt Lore Mönch.

Seit 34 Jahren arbeitet Helga Fenner in dem Bad, ihre Kolleginnen sind seit 26 Jahren dabei. Gemeinsam teilen sie sich die eine Arbeitsstelle, die dafür vorgesehen ist. „Das Bad ist so etwas wie unser Zuhause“, sagt Fenner. „Wir nennen es nicht Bewegungsbad, für uns ist es das kinderfreundliche Familienbad.“

Viel Zeit haben die Frauen in den vergangenen Wochen in dem Bad verbracht - ohne Badegäste. Sie haben es für die neue Saison vorbereitet. „Wir decken sieben Bereiche ab“, sagt Fenner: Technik, eingeschränkte Badeaufsicht, Kasse, Bedienung und Einkauf für die Cafeteria, Reinigung, Werbung im Internet, Pflege der Außenanlage. Sie kennen alle Abläufe und haben auch diesmal wieder das Wasser eingelassen, Chemie und Technik überprüft, halfen beim Wechseln des Filterkieses, reinigten alle Räume und die Sauna sowie den Schwallwasserbehälter, tauschten an der Anlage einen Keilriemen aus, kauften Kaffee, Würstchen, Süßigkeiten und Co., topften Pflanzen um und legten Servietten auf die Tische in der Cafeteria.

Das Herzstück sei die Technik, betonen sie. Und die sei picobello gepflegt. „Früher hatte ich nicht mal einen Schlüssel für den Keller, aber ich dachte, das mit der Technik kann ich auch und ließ es mir beibringen“, sagt Fenner. Längst hat sie ihre Kolleginnen angelernt. Das Trio wird von den Mitarbeitern des Bauhofes als gleichwertige Partner angesehen. „Wir gehen mit Umsicht vor, deshalb ist hier alles so gut in Schuss“, sagt Gabriele Schmidt.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare