Drei Jahre auf Weltreise: Frielendorferin ist wieder zurück

Inmitten von idyllischen Reisfeldern: Nicole Franke und Tobias Pieper auf der ersten Etappe in China im Oktober 2009. Foto: privat

Frielendorf. Vor knapp drei Jahren machten sich Nicole Franke aus Frielendorf und Thomas Pieper auf den Weg, mit dem Fahrrad nach China zu fahren. Ausgangspunkt war ihr Studienort Oldenburg. Nach drei Jahren und 50 000 Kilometern sind die Beiden zurück.

Statt nach Peking radelten sie nach Singapur, bereisten auf diesem Weg auch Australiens und Neuseeland. Auf dem nächsten Kontinent bereisten in Südamerika Argentienien bis Kolumbien und durchquerten die USA von Kalifornien bis New York. Inzwischen ist die 29-Jährige im weihnachtlich geschmückten Elternhaus in Frielendorf angekommen. Eine zierliche und sportliche junge Frau. „Das Radfahren war eher locker“, sagt sie. Abgenommen hat sie nicht, vielmehr hat sie sich an das tägliche Training gewohnt. Aber ihr Gesicht ist schmaler geworden, sagen Freunde. 80 bis 90 Kilometer haben sie und Thomas Pieper täglich mit schwer bepackten Trekkingrädern zurück gelegt.

Nach dem Studium der Landschaftsökologie waren sie im März 2009 losgefahren. Zunächst hatten sie eine halbjährige Reise geplant. Ein Jahr brauchten sie, bis sie Singapur erreichten. Von dort flogen sie nach Australien und verdienten sich das Geld für die folgenden beiden Jahre. Beide lebten sparsam. Meist zelteten sie oder übernachteten in günstigen Hotels oder kamen bei Menschen unter, denen sie begegneten.

„Ich weiß nun, dass man zum Leben nur wenig braucht.“

Die Gastfreundschaft hat sie überwältigt, erzählt sie. Überhaupt war sie von der großen Religiosität und Spiritualität der Menschen überrascht. Die Menschen seien viel gläubiger als wir, erzählt sie. Das Reisen mit dem Rad führe ganz nah an die Menschen und die Kultur heran.

Einmal habe es eine unsichere Situation gegeben, als das Paar drei Tage mit den Rad einen Dschungel in Kambodscha durchqueren musste. „Der Weg war kaum erkennbar, teilweise morastig, „das war unheimlich“. Zum Glück war ein Motorradfahrer voraus gefahren, dessen Spuren sie folgen konnten. „Im Dschungel zu übernachten, das war gefährlich. Man weiß nie welche Tiere in der Nähe sind“, sagt sie.

Auf ihrer Homepage mit dem Titel „Reise zum Horizont“ dokumentierten sie ihre Routen und Reisedaten, Fahrtage, Pausen, Streckenlängen, Fahrzeiten, Durchschnittsgeschwindigkeiten, Lebenskosten, Erkrankungen und vieles mehr. Unter den Statistiken finden ich auch kuriose Details wie platte Reifen: Europa und Asien 17, Australien 17, Neuseeland 1, Südamerika 24 und USA 9.

Eines hat Nicole Franke gelernt: „Ich weiß nun, dass man zum Leben nur wenig braucht.“ Deshalb will das Paar in Zukunft auch bewusst einfach leben, sich einen kleinen Hof aufbauen und bewirtschaften. „Wir haben uns auf der Reise wie die freiesten Menschen gefühlt und wollen das ein Stück weit behalten“, beschreibt Nicole Franke den neuen Horizont, den sie durch die Reise bekommen hat. (zty)

Information: www.reise-zum-horizont.com

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare