Ermittlungen nach Teichdrama laufen weiter

Drei Kinder ertrunken: Verteidiger sieht keine Schuld beim Bürgermeister

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Trauer um die drei Kinder: Am Teich wurden in den Tagen nach dem Unglück im Dorfteich Kuscheltiere und Botschaften abgelegt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, wen Schuld trifft.

Neukirchen. Der Strafverteidiger von Bürgermeister Klemens Olbrich bestreitet, dass es in dem Fall der drei in Neukirchen-Seigertshausen ertrunkenen Kinder Vorsatz oder Fahrlässigkeit gegeben habe.

Karl-Christian Schelzke geht davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird. Eine der Fragen im Mittelpunkt: Hätte das Gewässer eingezäunt sein müssen?

Unterdessen sorgt das Ermittlungsverfahren gegen Neukirchens Bürgermeister Olbrich bundesweit für Aufsehen. Es geht um die Frage, ob er als Verwaltungschef Schuld trägt am Tod der Geschwister, die am Abend des 18. Juni 2016 im Teich des Stadtteils Seigertshausen ertranken. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Marburg gegen den Bürgermeister sowie die Mutter der Kinder wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Eine Überraschung ist für viele, wer Olbrichs Strafverteidiger ist: Karl-Christian Schelzke ist der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Jurist, ehemaliger Oberstaatsanwalt und Ex-Bürgermeister von Mühlheim am Main. Im Juli war Schelzke, der schon seit 18 Jahren beim Kommunalen Spitzenverband tätig ist, vor Ort in Seigertshausen. Inzwischen hat er der Marburger Staatsanwaltschaft auf 30 Seiten vorgetragen, warum Verwaltungschef Olbrich keine Schuld treffen könne.

Argumentiert wird unter anderem, dass es das Gewässer in seiner Gestalt seit über 200 Jahren gibt und es nicht mehr als Feuerlöschteich diene, also auch nicht abgesperrt sein müsse. Schelzke: „In dem Teich wurde seit jeher Schwimmen gelernt, es gab immer Badevergnügen.“ Der Erholungs- und Freizeitcharakter sei vielfach belegt, sogar auf alten Ansichtskarten.

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Quelle: HNA

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