Drei VR-Banken im Kreis wollen verschmelzen - Gespräche haben begonnen

Fusionsgespräche der VR-Banken von links die Vorstände Stefan Kördel, Anja Kukuck-Peppler, Wolfgang König, Christof Wehrum, Thomas Völker und Kai Mardorf. Foto: ula

Schwalm-Eder. Aus den drei genossenschaftlichen, regional verwurzelten Instituten VR-Bank Schwalm-Eder, VR-Bank Chattengau und Raiffeisenbank Borken soll im nächsten Jahr eine große Bank für den Schwalm-Eder-Kreis werden.

Das kündigten am Freitag die Vorstände der drei Geldinstitute gegenüber der HNA an.

„Wir kooperieren schon seit über einem Jahr in einigen Bereichen“, sagte Thomas Völker (Gudensberg), jetzt habe man sich entschlossen, über eine tatsächliche Verschmelzung zu verhandeln.

Die traditionsreichen Banken handelten nicht aus der Not heraus, sondern seien wirtschaftlich gesund. Sie wollten mit der Fusion auf die gestiegenen Anforderungen an Geldinstitute rechtzeitig reagieren, sagte Anja Kukuck-Peppler (Homberg).

Ziel sei es, eine starke regionale Genossenschaftsbank zu schaffen, die ihre bekannten Stärken ausspielen und gleichzeitig neue Dinge entwickeln könne, betonte Stefan Kördel (Homberg).

„Die regionale Verbundenheit bleibt wie bisher bestehen, sie ist uns besonders wichtig“, ergänzte Wolfgang König (Borken). Alle sechs Vorstände bekräftigten, dass es keinen Abbau von Filialen geben solle. Auch bei den Mitarbeitern wolle man keine Ein- schnitte machen. „Sie sind unser Kapital“, sagt Kai Mardorf (Gudensberg), das Gesicht der Bank. Zudem werde man für ein neues größeres Geldinstitut jeden Mitarbeiter benötigen. „Es steht uns viel Arbeit bevor“, betonte Christof Wehrum (Borken).

Die geplante Bank wird, wenn die Fusion klappt, den größten Teil des Schwalm-Eder-Kreises abdecken. An den Gesprächen nicht beteiligt ist die VR-Bank Spangenberg-Morschen. Im Süden des Landkreises (Schwalm) bietet die VR-Bank Hessenland mit Sitz in Alsfeld ihre Dienste an. Sie ist von den Fusionsplänen nicht betroffen.

Die Anforderungen wachsen

Eine große Bank kann die heutigen Anforderungen, ob vom Gesetzgeber, den Aufsichtsbehörden oder der Europäischen Zentralbank, besser erfüllen und auf die vielfältigen Kundenwünsche gezielter eingehen: Diese Erkenntnis liegt dem Entschluss zugrunde, aus drei Instituten eine schlagkräftige Bank zu machen.

„Es ist ein Riesenaufwand, den vielen Vorschriften durch die Bankenregulierung nachzukommen“, sagte Thomas Völker im Pressegespräch. Außerdem drücke das dauerhaft niedrige Zinsniveau auf die Ertragslage aller Banken.

Auch Kundenwünsche und Kundenverhalten änderten sich: Der größte Teil der Bewegungen finde inzwischen über das Internet statt. Ein entsprechend gestalteter Auftritt sei deshalb unerlässlich. „In einer größeren Bank kann es zum Beispiel eine eigene Abteilung für den Internetauftritt geben, die nur dafür zuständig ist“, hieß es am Freitag. Kleinere Institute seien dazu nicht in der Lage.

Überhaupt sei in immer größerem Maße Spezialistenwissen erforderlich. „Dafür müssen wir entsprechende Mitarbeiter vorhalten“, sagte Wolfgang König. Das bedeute für die Belegschaft jedoch auch, dass es neue, attraktive Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten geben könne, ergänzte Stefan Kördel. Und die Kunden könnten einen Berater erwarten, der bestens geschult sei, passend für seine Bedürfnisse.

Was bleiben soll, ist die Präsenz in der Region durch die Zweigstellen und vor allem auch die Entscheidungskompetenz der vertrauten Ansprechpartner.

Bis zum nächsten Jahr sollen in den Gesprächen die genauen Bedingungen für den Zusammenschluss geregelt werden. Dann müssen die Mitglieder der Genossenschaften entscheiden. ob sie mit den Plänen einverstanden sind. (ula)

Quelle: HNA

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