Drei Windräder sollen nahe der künftigen A 49 bei Rommershausen entstehen

Rommershausen. Irritation herrscht darüber, dass die Informationsveranstaltung dazu auf die Zeit nach der Kommunalwahl verschoben wurde.

Während rund um Mengsberg und Ottrau die Rodungen für Windkraftanlagen zum Teil zu Kritik führen, wird auch in Schwalmstadt-Rommershausen der Bau von Windrädern vorbereitet - und das recht unbeachtet von den meisten Schwalmstädtern.

Das ist jedenfalls die Ansicht von Egon Knieling, der seit 2011 der Ortsvorsteher Rommershausens ist. Er hat kein Verständnis dafür, dass der geplante Bau der Anlagen praktisch kein Thema sei. Zuletzt ärgerte es ihn, dass eine angesetzte Informationsveranstaltung darüber verschoben wurde. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass es erst nach den Kommunalwahlen am kommenden Sonntag Näheres zum Thema geben soll.

Das dementieren die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll und die Stadt Schwalmstadt. Doch wer nun wirklich die zunächst für den 4. Februar angesetzte Infoveranstaltung abgesagt hat, ist so genau nicht herauszufinden.

Dr. Brigitte Buhse vom Vorstand der Energiegenossenschaft sagte der HNA auf Nachfrage, die Stadt habe den Termin mit Hinblick auf den Wahltag abgesagt.

Der Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck hat aber eine andere Lesart. Er erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Der ursprüngliche Termin am 4. Februar wurde von der Energiegenossenschaft abgesagt. [...] Die Stadt hat diesen Termin nicht abgesagt, sondern nur darauf hingewiesen, dass durch die Kommunalwahl am 6. März erst Ende Mai mit neuen Ortsbeiräten und Ausschüssen gerechnet werden kann.“

Schwierzeck erläuterte zum Sachstand, dass schon Mitte Oktober vorigen Jahres durch Bürgermeister Dr. Näser in der Stadtverordnetensitzung über den geplanten Bau von drei Windkraftanlagen im Bereich „Alte Eiche“ (Rommershausen, Fläche HR 040 gemäß Entwurf Teilregionalplan Windenergie) berichtet wurde.

Die Energiegenossenschaft habe die Fläche in Zusammenarbeit mit der EAM Natur beplant, es fänden entsprechende Gespräche mit den Waldinteressenten statt.

Mit den Waldinteressenten bestehe schon ein Pachtvertrag, erklärte Brigitte Buhse.

Darüber hinaus höre man relativ wenig, meint Ortsvorsteher Knieling. Er kritisiert zudem, dass ein grundlegendes Gutachten von der EAM Natur stamme, deren Muttergesellschaft wiederum zu den Investoren gehöre.

Ende April oder Anfang Mai könnte der entscheidende Teilregionalplan Nord grünes Licht bekommen, seines Wissens nach sollen sich die Räder noch dieses Jahr drehen.

Der vorgesehene Standort ist unweit der künftigen Autobahn 49. Im Ort herrsche der Eindruck, dass dort, wo ohnehin die Fernstraße verlaufe, auch noch Windräder als vertretbar gelten.

Knieling jedenfalls ist kritisch eingestellt: „Ich finde die Informationspolitik nicht in Ordnung.“

Erster Stadtrat Schwierzeck teilte auf HNA-Anfrage noch mit, dass drei Windräder gebaut werden sollen. Der Standort sei bereits 2012 von der Stadtverordnetenversammlung Schwalmstadt beschlossen worden. Das Gebiet Alte Eiche gelte aus Gründen der Windhöffigkeit und des Naturschutzes als geeignet.

Quelle: HNA

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