Kind büxte aus: Meik Beyer und Ralf Gratz fanden den Jungen beim Spaziergehen

Dreijähriger in Eiseskälte

Kümmerten sich um das Kind: Meik Beyer (links) und Ralf Gratz entdeckten den viel zu dünn angezogenen Jungen bei neun Grad Minus. Foto: Rose

Treysa. Häufig gehen Meik Beyer und Ralf Gratz, beide Mitarbeiter der Firma Freudenberg, in ihrer Mittagspause hinaus ins Freie. Bei einem ihrer Spaziergänge entdeckten sie in der vergangenen Woche ein Kind. Der Junge stand gegen 12.30 Uhr auf einer Wiese zwischen zwei Firmengeländen an der Ascheröder Straße.

Bei neun Grad Minus war der knapp Dreijährige einzig mit einem Pullover und einer Strumpfhose bekleidet und in Socken unterwegs. „Ich bin selber Vater. Man brauchte nicht lange, um zu sehen, dass der Junge schon ziemlich durchgefroren war“, erzählt Ralf Gratz. Beide überlegten nicht lange: „Wir haben das Kind ruhig angesprochen, es nach seinem Namen gefragt und wo es denn wohne“, sagt Meik Beyer. Doch der Junge habe nicht geantwortet. Und so schauten sich die Helfer kurz in der Umgebung um: „Es hätte ja sein können, das schon jemand nach ihm sucht.“ Doch wegen der Kälte stand der Entschluss schnell fest, den Knirps mit in die nahgelegene Firma zu nehmen. „Der sollte sich erst mal aufwärmen, während wir auf die verständigte Polizei gewartet haben“, erzählen Beyer und Gratz. Im Empfangsbereich an der Pforte habe man ihm versorgt, ihm Schokolade, Kekse und etwas zu trinken angeboten: „Bei den Damen hier erwachte gleich der Mutterinstinkt. Die kamen angelaufen und kümmerten sich um den Jungen“, sagt Gratz.

Nach etwa zehn Minuten traf die Polizei ein. Nachdem der Junge weiterhin nicht sprach, wurde er von einer Beamtin in den Streifenwagen gehoben. Zum selben Zeitpunkt sei eine ältere Dame im Bereich des Werkstores aufgetaucht und habe sich suchend umgesehen. Schnell wurde klar, dass es sich um die Oma des Kindes handelte. „Der Knirps war wohl unbemerkt von zuhause ausgebüchst“, erklärt Beyer. Wie lange sich der Junge bereits im Freien aufgehalten hatte, vermochten die beiden Retter nicht zu sagen. „Es hat reger Autoverkehr geherrscht und die Leute haben auch geschaut. Angehalten hat aber keiner“, erklärt Beyer. Dank Ralf Gratz und Meik Beyer konnte die Oma ihren Enkel wieder in die Arme schließen. „Bedankt hat sie sich mit einem kurzen Gruß, den sie in die Empfangshalle rief“, sagen die Retter.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare