Neuer Kulturverein in Obergrenzebach organisiert am kommenden Wochenende ein Erntedankfest mit großer Oldtimerschau

Dreschen wie zu Großvaters Zeiten

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Überlebensgroße Wegweiser: Vorsitzender Gerhard März mit den Strohfiguren, die auf das Erntedankfest am kommenden Woche hinweisen.

Obergrenzebach. 950 Jahre Dorfjubiläum – das durften seinerzeit die Obergrenzebacher noch ausgiebig feiern. Bei der geplanten 1000-Jahr-Feier im vergangenen Jahr sah das anders aus: Denn dieser Plan wurde gekippt, weil der Ort sein Alter nicht anhand einer urkundlichen Ersterwähnung belegen konnte.

Doch die Vorbereitungen zum Fest waren damals schon im Gange – und jetzt wird auch gefeiert: Am kommenden Sonntag organisiert der neu gegründete Kulturverein das erste Erntedankfest mit Oldtimerschau (Programm siehe rechts).

„Unser Ziel ist es, künftig etwas fürs Dorf auf die Beine zu stellen“, sagt der Vorsitzende Gerhard März. Im Vorstand stehen ihm hierfür Klaus Aulenbacher und Tobias Lindenthal zur Seite. Mittelpunkt des Festes sollen Dreschvorführungen sein: Damit knüpft der neue Verein an die einstige Tradition der Dreschgenossenschaft an. Die Idee zum Erntedankfest entstand in Gesprächen mit Pfarrer Reinhard Keller. „Mit ihm ist der Vorschlag gereift, den Gottesdienst in einer Scheune anzubieten“, erklärt März. Die Oldtimerschau wird von Bernhard Braun organisiert. Etwa 70 historische Schlepper und landwirtschaftliche Fahrzeuge würden am Sonntag zu sehen sein, verspricht der Vorsitzende.

Aussteller aus der Region

Dabei steckt in einem solch großen Fest eine Menge Arbeit: Das Getreide für die Dreschvorführungen müsse eine bestimmte Länge haben. Da sei man froh, dass örtliche Landwirte auch Vereinsmitglieder seien und entsprechend mit den Vorbereitungen betraut werden konnten. Der Markt werde mit vielen Ausstellern aus der Gegend bestückt, erklärt März. Regionale Produkte wie Räucherforellen und Wurst, aber auch selbst gebackenes Brot sowie Platz bereicherten das Angebot. Der Niedergrenzebacher Gastwirt Peter Weitzel biete das Schwälmer Hochzeitsessen an.

Auf das Fest weisen derzeit schon überlebensgroße Strohgestalten hin: Die Männchen aus Rundballen hat hat Ann-Christin Ziegler entworfen und gestaltet. Aktuell hat der Kulturverein 50 Mitglieder. März hofft, dass sich die Zahl nach dem Fest noch steigern lässt. „100 Mitglieder wären schon schön.“

Generell wolle man für alle Altersgruppen im Dorf künftig etwas anbieten. An Ideen mangelt es nicht. So seien etwa Vorträge zu Gesundheitsthemen wie etwa der Pflegevollmacht geplant, sagt März. Auch eine Senioren- oder Winterkirmes sowie Kirchenkonzerte könne man sich gut vorstellen. Als Aufgabe sieht der Obegrenzebacher auch den Erhalt der Dorfchronik. „Die liegt in Frielendorf und müsste wiederbelebt werden und natürlich auch fortgeschrieben werden.“ Einen Schatz alter Fotografien aus dem Ort gelte es ebenfalls noch zu heben. Die könnten, wenn es nach März geht, auch irgendwann in einer Ausstellung zu sehen sein.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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