Zum Schluss fehlte dem DRK eine Million Euro

Gefängnis: Ex-DRK-Buchhalter hatte sich Überraschungseier gekauft

Schwalmstadt. Er schädigte das DRK-Schwalm-Eder um knapp eine Million Euro: Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilte am Dienstag das Amtsgericht Schwalmstadt den 66-jährigen ehemaligen Buchhalter des Roten Kreuzes.

Aktualisiert um 16.46 Uhr

Gleich zu Prozessbeginn zeigte sich der Angeklagte geständig. Der Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis gab an, er habe Angst gehabt, seinen Job zu verlieren. Deshalb habe er über Jahre hinweg Rechnungen, die das Rote Kreuz an ein Unternehmen in Rheinland Pfalz gestellt hatte, nicht eingefordert. Das DRK hatte Rückholtransporte für die Firma unternommen.

Durch Umbuchungen habe er die ausstehenden Forderungen verschleiert. Außerdem gestand er, sich durch Manipulationen der Bargeldkasse mit einer Summe in Höhe von knapp 100.000 Euro bereichert zu haben. Damit habe er seine Sammelleidenschaft für Überraschungseier finanziert.

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Viele Fragezeichen blieben am Ende des Prozesstages. Die Motivlage des Mannes bleibt weiterhin im Unklaren. Auch nicht deutlich wurde aus Sicht des Richters, warum dem Roten Kreuz die Manipulationen des Ex-Buchhalters über „Jahre hinweg nicht aufgefallen“ waren.

Angesichts nicht bezahlter Rechnungen in Höhe von mehr als 800.000 Euro konnte sich das Unternehmen aus Rheinland-Pfalz die Hände reiben, das machte der als Zeuge geladene ehemalige Buchhalter der Firma deutlich: „Wir haben uns gewundert, wie das gehen konnte.“

Als Zeugen vorgeladene Kollegen bescheinigten dem unscheinbar wirkenden Mann bis zu seiner Verrentung ein ruhiger, zurückhaltender Arbeitskollege gewesen zu sein. Das unterstrich auch der Staatsanwalt, der für den Angeklagten eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gefordert hatte. Rein äußerlich mache der Mann einen harmlosen Eindruck, seine Taten belegten allerdings, dass er „durchaus gewitzt“ vorgegangen sei.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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