Drogen aus dem Schrank: 26-Jähriger hatte Cannabis-Zuchtanlage in seiner Wohnung 

Treysa. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ist vor dem Amtsgericht Treysa ein 26-jähriger Mann verurteilt worden. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Der Mann musste sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Der Angeklagte aus dem Altkreis Ziegenhain hatte in seiner Wohnung eine Cannabisplantage errichtet. Aufgeflogen war der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz durch den Vermieter des 26-Jährigen, der die Polizei verständigt hatte.

Bei der Wohnungsdurchsuchung im April diesen Jahres wurden ein Pflanzschrank mit Pflanzbestand und ein Beutel mit Marihuana sichergestellt. Die Gesamtmenge von 155 Gramm Marihuana wies einen Wirkstoffgehalt von neun Gramm THC auf. „Das System gibt es komplett im Internet zu kaufen. Offiziell ist es für Kräuter gedacht“, sagte der Angeklagte.

Er gab an, den Pflanzschrank für 500 Euro erworben zu haben und beteuerte, die Pflanzen seien zum Eigengebrauch gezogen worden. Der Schrank selbst, so wurde im Prozess deutlich, war aufwändig mit Heizung und einer Ablufteinrichtung versehen, für die der Angeklagte eigens ein Rohrsytsem installiert hatte.

„Die Polizei kam, weil mein Vermieter mich angezeigt hat“, erklärte der 26-Jährige. Er gab weiter an, gelegentlich zu kiffen, derzeit aber nichts zu konsumieren.

Die Pflanzanlage habe er errichtet, weil er Kontakt mit der Drogenszene habe vermeiden wollen. „Mein Mandant hat ein umfassendes Geständnis abgelegt“, sagte der Anwalt des 26-Jährigen. Ausgehend von einer positiven Sozialprognose, sprach er sich für eine Bewährungsstrafe aus und sagte, vergangene Taten seien getilgt.

Denn 2006 war der Angeklagte aufgrund von Drogenkonsums zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Nach eigenen Aussagen hatte er sich während dieser Zeit mehreren Drogentests unterzogen.

„Sie haben Ihre Bewährung ausgestanden, doch der Kopf ist nicht frei von Drogen. Auch bei Gelegenheitskiffern ist das im Kopf“, sagte der Richter, der die Einrichtung der Pflanzanlage als geplantes Vorgehen beschrieb. Für zwei Jahre wird der 26-Jährige einem Bewährungshelfer unterstellt. Auch muss er mindestens drei Beratungsgespräche bei der Suchtberatung wahrnehmen und 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Zudem trägt er die Verhandlungskosten.

Quelle: HNA

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