Früherer Häftling aus Justizvollzugsanstalt erhielt eine Bewährungsstrafe

Drogendeal im Besucherraum

Marburg/Schwalmstadt. Eigentlich hätte ein 32-jähriger gelernter Zimmermann unmittelbar wieder in die Justizvollzugsanstalt einrücken müssen.

Das Amtsgericht Schwalmstadt hatte den Mann, der erst Anfang Mai dieses Jahres nach Verbüßung einer über siebenjährigen Gefängnisstrafe aus der Haft entlassen worden war, nämlich wegen unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln zu weiteren vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Auf Grund seines bei der Berufungsverhandlung am Marburger Landgericht wiederholten Geständnisses und der mit einem Arbeitsplatz nachgewiesenen günstigen Sozialprognose wandelte Richter Wolf Winter das Urteil als eine letzte Chance in eine Bewährungsstrafe um.

Der Mann hatte im Januar vergangenen Jahres während des Besuchs durch einen Bekannten im Besucherraum der JVA Schwalmstadt von diesem mehrere kleinere Rauschgiftpäckchen übernehmen wollen. Als er allerdings bemerkte, dass dies Beamte beobachteten, hatte er die Betäubungsmittel auf den Boden geworfen. Erst während der Haft sei er von Heroin abhängig geworden, begründete der Mann den versuchten Erwerb des Rauschgiftes. Die Initiative sei von ihm ausgegangen. Er habe seinen Bekannten überredet, ihm das Rauschgift mitzubringen. Er habe es keinesfalls weiterverkaufen wollen, beteuerte der 32-Jährige.

Zu Informationen über die Namen seiner Lieferanten und Hintermänner schwieg der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft hatte die Aussetzung der Strafe zur Bewährung abgelehnt.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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