Drogenhandel in Schwalmstadt: 23-jähriger Algerier zu einer Freiheitsstrafe verurteilt

Treysa - Ins Gefängnis muss ein 23-jähriger Algerier, der in Schwalmstadt mit Cannabis gehandelt hat. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilte ihn am Dienstag das Schöffengericht am Amtsgericht Schwalmstadt.

Für den Zeitraum September 2010 bis August 2011 wurden dem 23-Jährigen laut Anklage 16 Fälle von Cannabishandel zur Last gelegt. In einem Fall soll der ehemalige Bewohner des Asylbewerberheims am Harthberg in Treysa einem 25-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain ein Kilo Haschisch für 3500 Euro verkauft haben.

Verkauf an Mittelsmann

An eine im Wohnheim eingeschleuste Vertrauensperson der Polizei verkaufte der Angeklagte 1,7 Gramm Haschisch. Die vergleichsweise geringe Menge wurde dann von der Polizei sichergestellt. Bei seiner Verhaftung war der Angeklagte mit 1,7 Gramm Haschisch aufgegriffen worden.

Im Verlauf der dreieinhalbstündigen Verhandlung brach der wegen Diebstahls vorbestrafte Angeklagte in Tränen aus. Immer wieder suchte er den Blickkontakt zu seiner im Publikum sitzenden, weinenden schwangeren Verlobten.

Der Angeklagte, der sich seit seiner Festnahme im Juni in Gießen in Untersuchungshaft befand, wurde von zwei Justizvollzugsbeamten in Handschellen vorgeführt. Von seiner Anwältin ließ der 23-Jährige eine Erklärung verlesen, laut derer er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zum Teil einräumte. Er gab zu, sich auf ein Drogengeschäft mit der Vertrauensperson der Polizei eingelassen zu haben und gestand weitere Drogendeals mit Cannabis in geringer Menge. In der Vergangenheit habe er selbst Haschisch konsumiert. Für die Vermittlung von Drogengeschäften, wie im Falle des Kilos Haschisch, sei er bezahlt worden.

Beim Drogendeal sei keine weitere Person anwesend gewesen, erklärte der 25-Jährige Zeuge. Der Angeklagte sei ohne Begleitung in seine Wohnung gekommen und habe ihm das in einer Plastiktasche verpackte Kilogramm Haschisch auf Kommission verkauft.

Drohung per SMS

Vom vereinbarten Kaufpreis von 3500 Euro sei er dem Angeklagten 1000 Euro schuldig geblieben, worauf dieser mittels Drohnachrichten per SMS versucht habe, die Schulden einzutreiben.

Das Kilo Haschisch sei für den Eigenbedarf gewesen. „Ich dachte, wenn ich ein bisschen mehr kaufe, ist es billiger“, sagte der 25-Jährige. Er habe sich das Haschisch mit seinen beiden Mitbewohnern geteilt, die für die regelmäßigen kleinen Mengen nicht hätten zahlen müssen.

Belastet wurde der Angeklagte auch durch den Cousin und ehemaligen Mitbewohner des 25-Jährigen. Dieser gab auf Nachfragen der Verteidigerin zu, gegenüber der Polizei Personen des Drogenhandels beschuldigt zu haben, bei denen er nie etwas gekauft habe. „Wieso sollen wir Ihnen jetzt glauben?“, fragte die Verteidigerin. „Weil ich vor Gericht nicht lüge“, sagte der Zeuge. Die Anwältin stellte die Glaubwürdigkeit der beiden Zeugen aus dem Drogenmilieu in Frage.

Von den insgesamt sechs geladenen Zeugen, darunter zwei Polizeibeamte, erschienen zwei nicht vor Gericht. Gegen die beiden potentiellen Kunden des 23-Jährigen, die der Verhandlung unentschuldigt fernblieben, verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld von 100 Euro und ersatzweise drei Tage Ordnungshaft. (zhk)

Quelle: HNA

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