Bewährungsstrafe für 21-Jährigen aus dem Landkreis wegen Marihuanaschmuggels

Drogenkurier räumte Tat ein

Fritzlar. Zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe hat am Donnerstag Richter Timm Fuhrmann am Amtsgericht Fritzlar einen 21-Jährigen aus dem Landkreis verurteilt.

Der junge Mann war angeklagt, weil er zwischen März und Juli 2011 größere Mengen Marihuana aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt hatte.

Der damals 20-Jährige war vergangenes Jahr arbeitslos und hatte deshalb Probleme, seine Miete zu bezahlen. Als er „Stress“ mit seiner Freundin hatte, fuhr er nach Kassel, um sich von Bekannten einen Joint zu besorgen.

Aus diesen Kontakten ergab sich die Möglichkeit, seine knappe Kasse aufzubessern: Der Angeklagte wurde Kurierfahrer für eine Gruppe von Marihuana-Händlern. Im März 2011 fuhr er mit mehreren Personen in das niederländische Groningen, wo sie ein bis zwei Kilo „Gras“ abholten. Der Angeklagte brachte die Drogen von dort mit einem Mietwagen nach Korbach. Die anderen hatten mit einem zweiten Wagen zuvor die Grenze auf Polizei kontrolliert.

Die illegale Ware brachten sie in eine Schrebergartenkolonie nach Korbach. Weitere zehn Fahrten folgten. Dafür erhielt er jeweils 100 Euro und später nur noch geringe Mengen Gras.

Der Angeklagte stellte sich schließlich freiwillig, als seine Mittäter verhaftet wurden. Er bestätigte die Vorwürfe gegen ihn und räumte die Taten ein.

Die Jugendgerichtshelferin bescheinigte dem Mann aufgrund seiner schwierigen Familienverhältnisse eine verzögerte Entwicklung. Deshalb empfahl sie die Anwendung des Jugendstrafrechts.

Der Staatsanwalt folgte der Einschätzung und forderte nach Jugendstrafrecht wegen des Betäubungsmitteltransports in elf Fällen in nicht geringer Menge, bandenmäßiger Organisation sowie der Beihilfe zum Handel eine zweijährige Bewährungsstrafe und eine Zahlung von 2000 Euro. „Wären sie nicht 20 gewesen, sondern etwas älter, wäre das nicht möglich gewesen“, sagte der Staatsanwalt Karl-Heinz Ernst.

Nach Erwachsenenstrafrecht hätte eine Strafe von mindestens fünf Jahren Haft gedroht, erklärte der Staatsanwalt. „Das bewegt sich auf dem Niveau eines schweren Raubs. Also einem Banküberfall mit einer Pistole“, sagte er.

Stabile Lebensverhältnisse

Die Verteidigung stimmte der Analyse des Staatsanwalts zu, verwies aber auf die Geständigkeit des Angeklagten, seiner Mithilfe zur Aufklärung des Falls und seine jetzt stabilen Lebensverhältnisse mit Arbeit in einem Versandhandel.

Der Richter folgte dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den jungen Mann zu einer Bewährungsstrafe und der Zahlung von 1000 Euro an eine soziale Einrichtung.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare