Autohändler warnen vor Panikmache

Drohende Dieselfahrverbote verunsichern Kunden im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Diskussionen über Schummelsoftware, Stickstoffoxide und Fahrverbote zeigen Wirkung: Seit dem Diesel-Urteil gehe der Absatz von Dieselfahrzeugen zurück.

Zu dieser Einschätzung kommt Alexander Schmalz, Obermeister der Kfz-Innung Ziegenhain. Zwar gebe es in Nordhessen keine Kommune, die ein Fahrverbot ausgesprochen hätte, dennoch sei eine Verunsicherung bei den Kunden zu verspüren. Es müsse klar sein, was gilt und was nicht.

„Dabei müssen sich die Entscheidungsträger von den Fakten leiten lassen und die Autofahrer dürfen nicht zum Spielball kommunalpolitischer Entscheidungen werden“, sagt Schmalz, dessen Innung 34 Mitglieder zählt. Darunter Autohäuser und Kfz-Betriebe.

Der Kunde wolle zu Recht wissen, ob er mit seinem Fahrzeug in die Innenstädte fahren kann und ob es für sein Fahrzeug der Euronorm fünf einen Nachrüstsatz gibt oder nicht.

Mehr Diesel als Benziner in ländlichen Regionen

In ländlichen Regionen wie hier gebe es anwendungsbedingt mehr Diesel als Benziner. Schmalz spricht sich für eine Versachlichung der Diskussion aus. Es mache keinen Sinn Unsicherheit zu schüren, ohne einen ganzheitlichen Plan zu haben.

Immer mehr Kunden würden versuchen, ihren älteren Diesel loszuwerden. „Aber die Märkte stehen unter Dampf“, sagt der Kfz-Obermeister. Wer heute seinen Diesel mit Euronorm fünf oder vier verkaufen wolle, müsse damit rechnen, dass er nur noch 60 bis 70 Prozent des Wertes erhalte, der in der sogenannten Schwacke-Liste vor dem Diesel-Skandal angesetzt wurde.

„Wer sich heute einen Neuwagen kauft, setzt sich in einen Benziner“, beschreibt Schmalz eine typische Verkaufssituation.

Zu ergänzen ist, dass der Rückgang wohl vor allem die Privatwagen betrifft, denn bei den Nutzfahrzeugen gibt es kaum Alternativen zum Diesel.

Lesen Sie hier, was ein Homberger von der Diesel-Debatte hält. 

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © pa/obs/ROLAND Rechtsschutz-Versicherung

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