Drohnen mit Wespeneiern können bei der Bekämpfung von Maiszünslern helfen

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Beim Start: Der Multikopter in Grimelsheim hebt ab, um die mit Schlupfwespeneiern gefüllten Maismehlkugeln abzuwerfen.

Wolfhager Land . „Es ist ein zunehmendes Problem“, sagt Rainer Even vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Durch den Klimawandel und die damit einhergehenden wärmeren und trockenen Sommer breiteten sich Schädlinge wie der Maiszünsler auch in Nordhessen aus.

„Vor zehn Jahren war das noch gar kein Thema“, sagt Even, der beim LLH für Pflanzenproduktion zuständig ist. Im Wolfhager Land tritt der Maiszünsler bisher nur sporadisch auf, sei aber auf dem Vormarsch.

Zwischen Anfang Juni und Juli begeben sich die Falter auf Flug. Die Weibchen legen je nach Witterung 300 bis 1000 Eier. Nach einer Reifephase schlüpfen nach vier bis 14 Tagen die kleinen Raupen, die sich in den Stängel bohren und das Mark fressen. Dadurch kann der Stengel abknicken und die Ernte erschweren, außerdem wird die Pflanze geschwächt. „Der Befall bedeutet keinen Totalverlust, aber eine Ertrags- und Qualitätsminderung“, sagt Even. Erst wenn mehr als 25 Prozent der Pflanzen befallen seien, mache es wirtschaftlich Sinn einzuschreiten.

Bekämpft werden kann der Maiszünsler entweder konventionell mit Insektiziden, präventiv durch das Mulchen der Maisstoppeln nach der Ernte um die Überwinterungsmöglichkeiten der Schädlinge zu zerstören und durch die Ausbringung von Trichogramma–Schlupfwespen.

Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Maiszünsler und parasitieren dessen Larven. Diese Methode wird in anderen Regionen seit über 25 Jahren angewandt, in Nordhessen bisher laut Even noch nicht. „Die Ausbringung der Wespeneier per Hand ist mit einem hohen Personal- und Kostenaufwand verbunden“, sagt Even. Aber trotzdem sollte das Ausbringen von Schlupfwespen Mittel der Wahl sein, da es umweltschonender sei.

Im nordhessischen Griemelsheim (nahe Liebenau) wird daher momentan das Ausbringen der Schlupfwespen per Kleinsthubschrauber getestet, erklärt Even. Mit diesem könnten die Schädlinge innerhalb von 20 Minuten auf fünf Hektar verteilt werden. Auf einer Fläche von zehn Hektar werde nun verglichen, wie sich der Mais einmal ohne die Ausbringung von Schlupfwespen und einmal mit entwickelt.

Bei der Beauftragung eines externen Anbieters fallen für die Schlupfwespen und deren Ausbringung via Drohne Kosten von etwa 50 bis 70 Euro pro Hektar an. Den Kauf eines eigenen Minihelikopters hält Even momentan aufgrund der hohen Anschaffungskosten (25.000 bis 30.000 Euro) noch für unrealistisch.

Quelle: HNA

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