Bewährungsstrafe: 36-Jähriger schlug Bekannten krankenhausreif

Treysa. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich am Donnerstag ein 36-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Dem Mann wurde zur Last gelegt, einen 34-jährigen Bekannten aus der Nachbarschaft mit der Faust ins Gesicht geschlagen und krankenhausreif getreten zu haben.

Die Tat ereignete sich im April vergangenen Jahres vor dem Wohnhaus des Geschädigten, der vor Gericht auch als Nebenkläger auftrat.

Der 34-Jährige gab an, am Abend vor seiner Haustür vom Angeklagten attackiert worden zu sein. In Anwesenheit eines Bekannten habe ihn der Angeklagte zunächst beleidigt, ihn dann geschlagen und ihn getreten, als er bereits am Boden gelegen habe.

Später sei er von seiner Lebensgefährtin ins Haus gebracht worden. Diese habe ihn sofort ins Krankenhaus fahren wollen, was er jedoch erst am nächsten Morgen zugelassen habe, da er nichts mehr habe sehen können.

Als Folgen des Übergriffs trug der Geschädigte Frakturen des Jochbeins, Oberkiefers und des Nasenbeins sowie eine Augenverletzung und eine Gehirnerschütterung davon. Er wurde stationär am Universitätsklinikum Marburg aufgenommen und operiert. Mehr als drei Monate lang war er arbeitsunfähig.

„Alles, was in der Anklageschrift steht, stimmt nicht“, sagte der Angeklagte. Er gab zu, den Geschädigten getroffen zu haben, allerdings widersprach seine Schilderung der Geschehnisse der des Geschädigten.

Der Angeklagte gab an, er habe den 34-Jährigen abends von seinem Balkon aus gesehen und ihn in seine Wohnung gelassen, um gemeinsam ein paar Bier zu trinken. Nach einer Weile sei der Geschädigte aggressiv geworden und habe gedroht, ihn zu schlachten wie Vieh. Daraufhin habe er alle Messer versteckt und ihn letztendlich aus der Wohnung geworfen.

Später in der Nacht sei der 34-Jährige in verletztem Zustand wiedergekommen und habe versucht, ins Haus zu gelangen. Er sei hinaus gegangen und habe ihn nach Hause geschickt.

Die Zeugenaussagen waren widersprüchlich. Unklar blieb der genaue Zeitpunkt der Tat.

Dennoch sah das Gericht die Schuld des Angeklagten bestätigt. Ins Gewicht fiel dabei vor allem die Aussage der 32-jährigen Lebensgefährtin des Geschädigten. Diese versicherte glaubwürdig, sie habe durch das geöffnete Badezimmerfenster ihrer Wohnung einen Streit gehört und nach dem Rechten gesehen. Dabei habe sie den 36-Jährigen eindeutig als Täter erkannt, als er ihren Lebensgefährten attackierte.

Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Der 36-Jährige muss zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Er trägt die Kosten des Verfahrens und muss für die Auslagen des Geschädigten aufkommen.

Quelle: HNA

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