Keine Einigung mit Käufer

Druckerei Schreckhase in Spangenberg: Aus für 172 Mitarbeiter

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Betrieb wird eingestellt: Die Druckerei Schreckhase in Spangenberg gehörte zu den modernsten in Deutschland.  

Spangenberg. Alle Hoffnungen für die Firma Werbedruck Schreckhase aus Spangenberg haben sich zerschlagen. Carsten Koch, Insolvenzverwalter aus Kassel, bestätigt, dass der Verkauf an einen Investor gescheitert sei.

Derzeit werden die letzten Aufträge abgearbeitet, dann gehen bei dem modernen und traditionsreichen Unternehmen endgültig die Lichter aus. 151 Mitarbeiter, Auszubildende und Aushilfskräfte haben eine betriebsbedingte Kündigung erhalten.

Betroffen sind auch die 21 Mitarbeiter der Horst Schreckhase GmbH und Co. KG. Das bestätigte Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach aus Gießen.

Ziel war es, einen Investor zu finden, der den Betrieb übernimmt. Dies sei auch gelungen, sagt Koch. Das Unternehmen hätte sogar alle Mitarbeiter übernommen und die unterschiedlichen Bereiche weiterführen wollen. Das sei eher selten. Der gebotene Kaufpreis habe indes nicht ausgereicht, um die für einen Verkauf notwendigen Forderungen abzulösen. Der Investor habe sein Angebot erhöht, es habe aber leider immer noch nicht ausgereicht.

Es sei sehr enttäuschend: Statt das Unternehmen am 1. September an einen neuen Eigentümer übergeben zu haben, mussten die Kündigungen ausgesprochen werden.

Die Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft wechseln. Derzeit würden mit Betriebsrat und Agentur für Arbeit entsprechende Verhandlungen geführt. Die Mitarbeiter würden dort mindestens drei, höchstens zwölf Monate weiterbeschäftigt. Gezahlt werde Transferkurzarbeitergeld – dies entspreche ungefähr dem Arbeitslosengeld, sagt Koch. Häufig gründeten Bildungsträger eine solche Transfergesellschaft. Dort werden die Mitarbeiter qualifiziert und können sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben.

Er bedauere das Ende sehr, für die Arbeitnehmer sei das eine schlimme Situation, sagt Koch. Diese hätten zuletzt auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet.

Die Inhaber-Familie stehe ebenfalls vor dem Nichts. Die Geschäftsführer müssten sich ebenfalls neue Jobs suchen.

Es sei schwierig, den einen Grund für das Aus des Unternehmens zu nennen. Die Erweiterung im Jahr 2012 spiele zwar eine Rolle, aber ohne die Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe wäre das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig geblieben. In der Branche fänden massiv Zentralisierungen statt. Von 30 vergleichbaren Unternehmen im Jahr 2012 seien jetzt noch zwölf am Markt.

Aktuell stünde die Zukunft der Mitarbeiter im Fokus. Bei der Anzahl sei es aber schwierig, für alle etwas zu finden. Interessierte Unternehmen könnten sich gerne bei ihm melden. 

Kontakt:Carsten Koch, Tel. 0561/3166311

Quelle: HNA

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