Neue Datenschutzgrundverordnung

DSGVO: Betriebe im Kreis haben Angst vor Abmahnwelle

Schwalm-Eder. Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sorgt insbesondere bei Betrieben und Vereinen im Landkreis für Verunsicherung.

Denn es gelten seit einigen Tagen strengere Regeln, was das Sammeln, Speichern und Löschen von personenbezogenen Daten angeht.

„Es herrscht große Unsicherheit“, sagt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Jürgen Altenhof. Betriebe seien beispielsweise unsicher, ob sie einen Datenschutzbeauftragten ernennen müssen oder nicht. Laut Gesetz ist das der Fall, wenn mehr als zehn Personen ständig mit Daten zu tun haben.

Doch der Begriff „ständig“ sei Auslegungssache und müsse im Einzelfall entschieden werden. Wolfgang Scholz, der stellvertretende Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft befürchtet sogar eine Abmahnwelle wegen der neuen Verordnung. Gerade kleine Betriebe, die über keine Marketing- oder Rechtsabteilung verfügen, könnten Opfer von Anwälten werden, die sich darauf spezialisieren, aus dieser Situation Profit zu schlagen, sagt Scholz.

Vereine verunsichert

Auch bei Vereinen herrscht Unsicherheit. „Viele tappen im Dunkeln“, schildert Hans Heinrich Neumann, neuer Datenschutzbeauftragter des Sportkreises Schwalm-Eder. Die größte Angst: „Dass etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte. Man fragt sich, ab wann man schon einen Fehler gemacht hat.“ Wie hoch Sanktionen bei Verstößen gegen die EU-Regelung für Vereine sein werden, könne im Moment noch kein Experte auf dem Gebiet sagen, so der Justiziar des Landessportbundes Hessen Sebastian Klein.

 „Viele Vereine sind zu spät aufgewacht, das bekommt der Landessportbund durch die vielen Anrufe zu dem Thema jetzt zu spüren.“ Auch seitens der Gemeinde- und Stadtverwaltungen gibt es Kritik an der neuen Verordnung. Die Dokumentation, für welchen Zweck Daten verwendet werden, sei sehr aufwendig, heißt es zum Beispiel aus Schwalmstadt.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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