Unterrichtsmaterial wird benötigt

Dürre setzt den Bolivianern zu - Schülerhilfe bittet um Spenden

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Sind auf Hilfe angewiesen: Kinder aus Potosi, die durch Spenden der Schülerhilfe Bolivien mit Schulmaterial ausgestattet worden sind.

Schwalm-Eder. Als hätten die Menschen in Bolivien nicht schon genügend Probleme, macht ihnen die anhaltende Trockenheit schwer zu schaffen.

„Die Bevölkerung bekommt teils nur zweimal in der Woche zwei Stunden lang Wasser und zwar zwischen drei und vier Uhr morgens“, berichtet Dr. German Canaviri. Der Mangel treffe vor allem die Ärmsten und die Kinder.

Canaviri, der aus Bolivien stammt, und in Homberg lebt, hat vor 20 Jahren die Schülerhilfe Bolivien ins Leben gerufen. Unterstützt von einer kleinen Schar an Helfern, sammelt der Verein Spenden für Schulmaterial. 100 000 Euro seien im Laufe der Jahre zusammengekommen, berichtet Dr. Herbert Wassmann, Kassierer des Vereins. Und auch für das kommende Jahr ist Unterstützung dringend nötig. Auch in Potosi, der Heimatstand von Canaviri, sind in den vergangenen Jahren viele Schulen gebaut worden.

„Die Kinder gehen teilweise im Schichtsystem vormittags, nachmittags und sogar abends zum Unterricht“, sagt Canaviri.

Ziele

Früher sei es darum gegangen, die Kinder mit einer warmen Mahlzeit zum Besuch einer Schule zu bewegen, heute versuche man, ihnen mit Schulmaterial zu helfen. Auch 2018 sollen wieder zwei Schulen unterstützt werden – und zwar möglichst gezielt Kinder aus armen Familien. Die Spender könnten sicher sein, das ihr Geld an der richtigen Stelle ankommt, sagt der 74-Jährige, der seit 1976 in Deutschland lebt und zuletzt als Anästhesist im früheren Homberger Klinikum gearbeitet hat.

Sein Neffe, Enzo Canaviri, bietet dafür in Potosi die Gewähr. Etwa 8000 Euro werden benötigt, um in gewünschtem Umfang Hilfe leisten zu können.

350 Schüler sollen mit Heften, Stiften und sonstigem Material ausgestattet werden. Die Versorgung der Kinder zumindest mit einer warmen Mahlzeit pro Tag sei im übrigen gesichert. Dafür sorge die Regierung.

Unterstützer

Zu den Unterstützern der Schülerhilfe Bolivien gehören im Schwalm-Eder-Kreis der Lionsclub Schwalmstadt und örtliche Rotarier-Gruppen, Kirchengemeinden, Familien und Freunde der Mitglieder sowie zuletzt auch der Blumengarten Falk aus Knüllwald.

Geschichte

Der Verein Schülerhilfe Bolivien wurde vor 20 Jahren von Dr. German Canaviri gegründet. 25 Schulen mit insgesamt 5458 Schülern sind bisher unterstützt worden.

Spenden

Wer der Schülerhilfe Bolivien helfen möchte, kann das mit einer Spende tun: Schülerhilfe Bolivien, Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN: DE64520521540080000433. 

Hintergrund

Die Stadt Potosi (350.000 Einwohner) liegt auf 4000 Meter Höhe. Wegen ihrer geschichtlichen Bedeutung wird sie von der Unesco als „Natur-Kulturerbe der Menschheit“ geschützt.

Anlass zur Gründung der Stadt waren die Silbervorkommen am Berg Cerro Rico (reicher Berg), die die spanischen Kolonialherren brutal ausbeuten ließen. 1610 galt Potosi als eine der reichsten Städte der Erde. Die Silberausbeute betrug etwa 80 000 Tonnen. Von dem Reichtum profitierten die Minenarbeiter nicht. Heute gibt es nur noch Spuren von Silber, aber auch andere Erze, die unter Gefahren und schwierigsten Bedingungen – auch von Kindern – abgebaut werden. 

Quelle: HNA

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