Vorschlag für Ausbau der Lohrer Karlsstraße fand breite Zustimmung

Lohre. Im Streit um die Kanalisation und den anschließenden Ausbau der Karlstraße im Felsberger Stadtteil Lohre scheint eine Lösung gefunden worden zu sein.

Während eines Ortstermins, an dem Anlieger, Vertreter des städtischen Bauamtes sowie eines Ingenieurbüros teilnahmen, wurde ein Vorschlag erarbeitet, der auf Zustimmung gestoßen sei, berichtete Anlieger Rolf Krug gegenüber der HNA.

Der Kompromiss: In der Straße könnten verschiedene Kanal- und Straßenbau-Verfahren angewendet werden. Dadurch würden voraussichtlich sowohl für die Anlieger als auch für die Stadt niedrigere Kosten erzielt.

Der Vorschlag, unterschiedliche Ausbauvarianten zu wählen, war von Michael Kranixfeld gekommen. Der Architekt und Bauingenieur aus Felsberg, der bis vor kurzem auch Vorsitzender der Felsberger SPD-Fraktion war, hatte nach eigenen Angaben als „interessierter Bürger“ an dem Ortstermin teilgenommen.

Kranixfeld hatte angeregt, den unteren Teil der Karlstraße, wo sich lediglich Gartengrundstücke befinden, mit feinem Schotter auszubauen.

Im mittleren Bereich der Straße (auf einer Länge von 30 bis 40 Meter) könnte das so genannte Berstlining-Verfahren angewendet werden. Dabei würden die alten Rohre unter Druck zerstört und gleichzeitig ein neues Kunststoffrohr eingezogen, erklärt Kranixfeld. Die Straße müsste an dieser Stelle nicht aufgerissen werden.

Im oberen Teil der Karlstraße (etwa 100 Meter) würde die Kanalisation ganz klassisch erneuert und die Fahrbahn wieder asphaltiert. Auch auf die Stadt kämen dadurch niedrigere Kosten zu, sagte Kranixfeld.

Für die Eigentümer der Gärten kämen bei dieser Lösung keine Kosten zu, für die Anlieger im oberen Bereich würde der Ausbau deutlich günstiger, fasst Rolf Krug zusammen. Ein Mitarbeiter des städtischen Bauamtes habe beim Ortstermin einen Preis von etwa 5,64 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche genannt, berichtete Krug. Anfangs sei ein Betrag von 13,30 Euro für die Kompletterneuerung genannt worden, später habe die Stadt eine reduzierte Variante mit einem Preis von 8,60 Euro angeboten, so Krug.

Er wertet es als Erfolg, dass es durch die Vermittlung von Michael Kranixfeld zu diesem Schlichtungsvorschlag gekommen sei. Allerdings bekomme man zu diesen Konditionen eben keine komplett erneuerte Straße.

Von der Entsiegelung der Fahrbahn im unteren Teil könnte die Stadt auch noch auf andere Weise profitieren, meint Michael Kranixfeld. Sie könnte sich dies von der Naturschutzbehörde auf dem Öko-Konto anrechnen lassen. Das werde bei späteren Ausgleichsverfahren berücksichtigt.

Bürgermeister Volker Steinmetz beurteilt das Ergebnis des Ortstermins grundsätzlich als positiv. Erfreulich sei auch, dass die Ausschreibungsergebnisse für die Arbeiten in Lohre um ein Drittel unter den Kostenschätzungen lägen. Wie sich das auf die Beiträge für die Anlieger auswirken werde, könne er noch nicht beurteilen. Einen Betrag von 5,64 Euro pro Quadratmeter könne er nicht bestätigen. Er wies darauf hin, dass die Beiträge – ohne Zinskosten – auf vier Jahre gesplittet werden könnten.

Ortsbeirat tagt: Am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus eine Ortsbeiratssitzung statt, in der es auch um die Karlstraße gehen soll.

Quelle: HNA

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