Umfrage: Tankstellen melden einen geringen Umsatz mit dem Biokraftstoff

E 10 weiter wenig beliebt

Griff zur Zapfpistole: Obwohl E 10-Benzin günstiger als Super ist, halten sich Autofahrer an Zapfsäulen mit Biokraftstoff zurück. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Im Landkreis tanken bis zu 20 Prozent der Autofahrer den Biosprit E 10. Das geht aus einer HNA-Umfrage unter ortsansässigen Tankstellenbetreibern und Sprechern von Mineralölkonzernen hervor.

„Unser Absatz von E10 liegt bei 20 Prozent“, sagt Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. Und das, obwohl E 10 vier Cent günstiger ist als Super 95.

Mangelndes Vertrauen ist für den Sprecher eine Erklärung für die vergleichsweise geringe Nachfrage. Es sei in der Anfangsphase nicht ausreichend klar gemacht worden, dass der Kraftstoff für fast alle Autos verträglich sei. Aral ist im Landkreis von Guxhagen im Norden bis Neukirchen im Süden an etlichen Standorten präsent, so auch in Borken: In der dortigen Tankstelle bestätigt Karl-Friedrich Lüdtke die E 10-Absatzmenge von etwa 20 Prozent.

Kein Schaden bekannt

Den selben Wert nennt auch Karin Bachmann für die freie Tankstelle in Melsungen. In Körle schwankt der E 10-Absatz in der Q 1-Tankstelle Heiner Gerhold zwischen 10 und 15 Prozent, erklärt Elisabeth Gerhold. Im gesamten Q 1-Tankstellenmarkt werden bundesweit im Schnitt 15 Prozent E 10 abgesetzt, bilanziert Rainer Schawe vom Vertriebsnetz. Seit vier Jahren biete man den Kraftstoff an. Bislang sei kein einziger Schaden durch E 10 bekannt.

Die Gründe für das Tankverhalten ihrer Kunden sind weder Tankstellenbetreibern noch Konzernen in ihrer Vielfalt bekannt. Nahrungsmittel zu verbrennen sei schwierig zu erklären, heißt es beispielsweise bei ExxonMobil.

Der Konzern ist im Landkreis unter anderem in Felsberg mit einer Esso-Tankstelle vertreten. Das Unternehmen setzt laut Sprecherin Gabriele Radke zwischen 15 und 18 Prozent E 10-Benzin ab. Der Biokraftstoff E 10 wurde im Jahre 2011 eingeführt. Er besteht zu zehn Prozent aus Ethanol, das aus Agrarprodukten gewonnen wird. (lgr/lin)

Quelle: HNA

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