Niederländer Jan Zweers bildete zwei Tage lang acht Teilnehmer im Westernreiten aus

Wie ein echter Cowboy

Westernreiten: (hinten von links) Beatrice Kalbfleisch auf Winnie, Ralf Gärtner auf Golden Poco Skip, Tobias Maus auf Just call me cowboy sowie (vorn) Anja Dönges und Ausbilder Jan Zweers. Fotos: Haaß

Schrecksbach. Einen Hauch von Westernluft und amerikanischem Lebensgefühl wehte am Wochenende durch die große Halle des Reit- und Fahrvereins Schrecksbach – Männer mit Stetson sitzen lässig auf ihren Pferden oder trinken entspannt eine Cola.

Zwei Tag lang hatte der Ausbilder für Westernreiten, Jan Zweers, das Sagen in der Schrecksbacher Reithalle und führte acht Frauen und Männer in die Grundlagen des so genannten Working Cowhorse und Cutting ein.

„Hierbei müssen Reiter und Pferde mit Rindern arbeiten, quasi die Herde hüten und die Tiere sortieren“, sagte Dieter Maus vom Reit- und Fahrverein. Immer wieder treiben zwei Reiter auf ihren Appaloosa- und Quarter-Horse-Pferden die kleine Rinderherde vor sich her, separieren einzelne Tiere und treiben Ausreißer zurück zur Gruppe der Schwarz-Weißen.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Engagement der Gruppe, das sieht bereits sehr gut aus“, lobt der stilecht mit Jeans, Stetson und Cowboystiefel gekleidete Zweers die Teilnehmer. Wüsste man es nicht besser, man könnte glauben, einen waschechten Texaner vor sich zu haben. Der gebürtige Niederländer Jan Zweers hat seine Passion zum Beruf gemacht. Er absolvierte seine Ausbildung im Lamar Community College in Colorado (USA) und betreibt seit 2008 gemeinsam mit seiner Frau eine Westernreitschule in Hosenfeld-Jossa bei Fulda.

Anspruchsvolles Training

So einfach wie es für die Zuschauer von außen aussieht, ist es nicht: Hartes Training steckt hinter der vermeintlichen Lässigkeit. Während der zwei Tage werden Menschen, Pferde aber auch die Rinder durch den Niederländer an ihre Grenzen geführt. Oft ruft Jan Zweers seine Schüler zu sich, gibt ihnen Tipps, Anweisungen, Hilfestellungen und hat ein wachsames Auge auf Mensch und Tier.

Zunächst müssen Reiter und Pferde an der so genannten Cutting-Maschine, einer Seilbahn mit Rindattrappe, die Abläufe üben. Dann steht das echte Fence Work auf dem Programm. Hierbei muss ein Rind zunächst an der kurzen Seite des Gatters am Zaun gehalten werden, dann an der langen Seite. Den Abschluss bildet das Zirkeln des Rindes in der Bahnmitte. „Hierbei ist besonders der Cow Sense des Pferdes gefragt“, erklärt der erfahrene Westernreiter Dieter Maus das Reglement.

Aufgrund der großen Nachfrage hätten die Pferdefreunde aus Schrecksbach wesentlich mehr Plätze vergeben können, aber „nur in der kleinen Gruppe ist effektives Arbeiten möglich“, betonte Jan Zweers.

Ermutigt durch die gute Resonanz plant der Reit- und Fahrverein aber in Zukunft eine Wiederholung der Veranstaltung und spätestens dann wird wieder ein Stück des Wilden Westens Einzug in die Schwalm halten.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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