Seit dem Wochenende wird geerntet

Edelgemüse auf den Tisch: Spargelsaison in Zennern hat begonnen

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Frisch auf den Tisch: Kein Bett im Kornfeld, aber ein Tisch im Spargelfeld. Daran ließ sich Erntehelfer Zbigniew Molodziej (61) den frischen Spargel, der eine Stunde vorher gestochen wurde, mit Schinken schmecken. Daneben Spargelbauer Jörg Stiehl.

Zennern. Sehnlich haben die Liebhaber des weißen Edelgemüses auf diese Nachricht gewartet: Am Wochenende hat auf den Spargelfeldern die Ernte begonnen. Die ersten Stangen sind gestochen.

Bedingt durch die hohen Temperaturen und die Sonneneinstrahlung sind gute Ernteergebnisse zu erwarten. Auf dem Feld bei Zennern sind seit dem frühen Morgen die Erntehelfer mit Stecheisen und Glättkelle in den Reihen unterwegs.

Die Arbeiten am Spargelfeld haben in dieser Saison erst im April begonnen. Schuld daran war die Nässe auf den Feldern. Im April wurden schließlich erst die Dämme aufgeschüttet und mit einer Thermofolie abgedeckt. Anfangs kommt die schwarze Seite nach oben, später, wenn die Temperatur in der Erde knapp unter 21 Grad liegt, wird die Folie gedreht, sodass die weiße Seite oben liegt. Bei zu niedrigen Temperaturen kann zusätzlich ein Folientunnel aufgestellt werden.

Kälte gut überstanden

Doch nicht geschadet hat dem Spargel die Kälte im März, sagt Jörg Stiehl. Ganz im Gegenteil, sie war sogar hilfreich. Durch den starken Frost werde im Frühjahr die Austriebsbereitschaft gefördert, erklärt der Spargelbauer. So kann jetzt ab April gestochen werden.

Die Temperaturen liegen aufgrund der Abdeckung mit den Folien bei 15 Grad an den Wurzeln des Spargels in 35 Zentimeter Tiefe. Doch zu warm dürfe die obere Dammschicht nicht sein, sagt Spargelbauer Stiehl. Wenn dort die Temperatur über 20 Grad steigt, leidet die Qualität des Spargels. Dann sehe der Spargelkopf aus, als wolle er aufblühen.

Die Spargelstecher in Zennern brauchen die Folien nicht mehr mit der Hand anheben und wieder auflegen. Das erledigen die elektrischen Erntehilfen, auch Spargelspinnen genannt. Sie heben die Folie an, die Erntehelfer stechen den Spargel und die Maschine legt sie wieder auf.

Riesige Schachtelhalme

Nach der Ernte wächst der Spargel aus und erinnert an riesige Schachtelhalme. In dieser Zeit ist es nach Darstellung von Stiehl wichtig, das Feld frei von Unkraut zu halten. Erst wenn das Kraut abgestorben ist, was spätestens im November der Fall ist, wird der Wuchs mit einem Mulcher abgeschlagen und die Dammhöhe auf 20 Zentimeter reduziert. Nach der Überwinterung beginnt die Prozedur im Februar aufs Neue. Insgesamt kann man ein Spargelfeld bis zu zehn Jahre abernten.

www.spargel-erdbeeren-zennern.de

Quelle: HNA

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